Ein Krieg der Multimillionäre Das war die Art, wie Cassatt, das Haupt der Streitkräfte, mit denen George Gould zu kämpfen hatte, vorging. Vor allem anderen suchte Gould in Pittsburg mit seinem er- staunlich hohen jährlichen Güterverkehr von 75 Millio- nen Tonnen einzudringen. Die Regierung der Stadt wurde von der Pennsylvania-Eisenbahn geführt. Aber was machte das? Wenn Geld eine Clique von Beamten einsetzen und arbeiten lassen konnte, dann konnte Geld auch eine andere Clique einsetzen. So schloß George Gould und mit Recht. Die Regierung von Pittsburg wurde jetzt der Kampfpreis. Gould sorgte in geschickter Weise dafür, daß der in Frage stehende Zugang der Wabash-Eisenbahn durch die städti- schen Wahlen des Jahres 1902 entschieden werden sollte. Mit Hilfe seiner Millionen, so sagte man, wurde eine „Reformbewegung‘“ hervorgebracht und zu kräftigem Wachstum aufgeblasen. Gould setzte seine Sache durch; ein seinen Plänen günstig gesinnter Gemeinderat wurde ge- wählt!). Zur selben Zeit ließ Gould im Kongreß ein Gesetz durchbringen, das ihm die Überbrückung des Monongahela- Flusses gestattete. Man hat berechnet, daß ihn das Ein- dringen in Pittsburg 12 Millionen Dollar gekostet hat, aber der urkundliche Beweis dafür fehlt. Nachdem er 35 Millio- nen Dollar ausgegeben hatte, führte er seine Wabash-Pläne durch. Nun begann der Kampf der rohen Gewalt. Aus Rache für Goulds Sieg ließen die Magnaten der Pennsylvania-Fisen- den gesetzgebenden Körperschaften von Pennsylvania Bestechung seit Jahren ein alltägliches Vorkommnis sei, Aber obwohl die Bestechung bei dem Versuch, das Gesetz durchzubringen, aufgedeckt wurde, erlangte die Eisenbahn von Pennsylvania schließlich doch, wie vorher erwähnt, aus der Staatskasse annähernd 22 Millionen Dollar an „Entschädigungen“. ') Diese „Reform“ wurde als eine Bewegung angekündigt, die Pittsburg neu beleben würde. Die durch Bestechung öffentlicher Körperschaften aus Geschäfts- interessen hervorgebrachte zunehmende Korruption war kürzlich aufgedeckt wor- len. Der Überführung eines von denen, die am meisten bestochen worden waren, folgte ein Geständnis und im März 1910 die Geständnisse vieler anderer Mitglieder des Pittsburger Gemeinderates. Diese Geständnisse enthüllten ein ausgedehntes Bestechungssystem durch Stahlmagnaten, Banken und aus anderen Geschäfts- ‚nteressen. Gegenwärtig (April 1910) sind 41 Stadtverordnete im Anklagezustande, und mehr als zwanzig andere haben ein Geständnis abgelegt.