- 7390 — Wem das nach den hier angeführten Tatsachen sonderbar vorkommen sollte, der möge nur bedenken, daß es sich — wie sehr er auch bei der allgemeinen Bestechung und Kor- ruption die Augen zudrückte und wie sehr er auch davon profitierte — nicht im mindesten beweisen läßt, wenigstens soweit die benutzbaren Berichte gehen, daß er jemals per- sönlich bestochen hat. Daß er gegen die Korruption nicht protestierte, war bei einem Geschäftsmann, der reich werden wollte, nur zu erwarten; daß er regelmäßig Geld gab für die Wahlkampagnen korrupter politischer Parteien, galt nach den Geschäftsbegriffen als ein patriotischer Akt — der sich. freilich millionenfach bezahlt machte. Freilich wurde Carnegies Name von seinen früheren Teil- habern und von den Arbeitergenerationen, die er bedrückt hatte, verflucht — aber ihre Stimmen verloren sich im Dunkel. Da sie nicht über Zeitungen, Kirchen, politische Redner und all die anderen mächtigen Instrumente zur Schaf- fung einer öffentlichen Meinung, Legende oder Tradition verfügten, verhallte ihr Groll und ihre Anklagen ungehört. Die Lage der Stahlarbeiter Aber allmählich wird es Tag, und die Wahrheit über die letzte Quelle so stupenden Reichtums und solcher Wirt- schaftsgewalt in einer Hand dringt siegreich durch. Damit Riesenprofite gemacht werden können, müssen die Arbeiter in den Stahlwerken und in den damit verbundenen Anlagen und Minen unter so harten, brutalen und erniedrigenden Verhältnissen schuften und existieren, daß eine noch so oberflächliche Schilderung dieser Verhältnisse Entsetzen hervorruft. Man findet sie in den Berichten des Arbeitsbüros der Vereinigten Staaten. Da erfahren wir, daß die unge- lernten Arbeiter die große Masse von 173 000 Menschen in allen Abteilungen des Stahltrustes ausmachen. „Überall, außer im Süden,“ sagt der Bericht, „sind so gut wie alle, die zu dieser Klasse ungelernter Arbeiter gehören, kürzlich Einge- wanderte, von denen der größere Teil nicht englisch spricht oder versteht. Selbst im Süden gibt es in der Industrie eine merklich wachsende Anzahl von Einwanderern (60 Prozent),