12 yänglichsten an der Küste und an den Flußufern, schon vergeben. Eine ausbeuterische und tyrannische Feudalregie- rung thronte überall. Das einzige, was sie in den meisten Fällen tun konnten, war, das kleinste Übel zu wählen und Pächter der großen Grundherren oder ihre Arbeiter zu werden. Die Niederdrückung der Arbeiter Die Einwanderung wurde von den Patronen natürlich begünstigt. Abgesehen davon, daß der Wert ihrer Besit- zungen sich mit dem Zuwachs der Bevölkerung vermehrte, mußten die Arbeitslöhne dadurch auch immer mehr sinken. Gleichzeitig wandten sie, um in dem schuftenden Arbeiter, den man zu jener Zeit als bloßes Arbeitstier betrachtete, das keinerlei Rechte verdiente, jedes Aufstreben zu ersticken, die ganze Kraft des Gesetzes an, scharfe Verurteilungen zuwege zu bringen. Man drückte den Arbeiter mit Ab- sicht bis zum Äußersten herab und ließ ihn auf mancherlei Weise seinen besonders niedrigen Platz in der sozialen Organisation fühlen; nicht einmal das gewöhnlichste Bürger- recht, in den öffentlichen Angelegenheiten eine Stimme zu haben, besaß er. Das Bürgerrecht wurde nämlich ganz vom Besitz abhängig gemacht — eine leichte Methode, die Masse der armen Einwohner rechtlos zu machen und niederzuhalten. Einzig und allein durch Kauf war dieses Recht zu erwerben, und damit es soweit wie möglich auf eine engbegrenzte Klasse beschränkt bliebe, wurde der Preis ungewöhnlich hoch festgesetzt. In Neu-Niederland z. B. wurde 1659 gesetzlich festgelegt, daß die Ein- wanderer für das Bürgerrecht tausend Gulden zu bezahlen hätten. Da nun der durchschnittliche Arbeiter pro Tag für seine lange Anstrengung, die oft von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang dauerte, nur zwei Schilling bekam, so hatte er wenig Aussicht, diese Summe jemals zusammen- zubekommen. Die Folge war, daß die Bürgerschaft allein von den Kaufleuten gebildet wurde — und alle Berichte jener Zeit scheinen zu beweisen, daß die Kaufleute er- gebene Werkzeuge der Patrone waren, deren Gunst sie