7, fabrikant und Haupthändler. Er zwang die von ihm Ab- hängigen, Kontraktezu unterzeichnen, wonach sie mit nichts anderem als mit den Erträgnissen seiner Grundherrschaft handeln durften, wonach sie ihre Waren nur aus seinem Lager entnehmen durften; wonach sie ihr Mehl nur auf seiner Mühle mahlen, Brot nur in seiner Bäckerei, Bretter nur in seiner Sägemühle und Schnaps nur in seiner Bren- nerei kaufen durften. Auf diese Weise konnte er nicht bloß durch exorbitante Preise den letzten Pfennig aus ihnen herauspressen, sondern sie sogar ewig in Schulden halten. Der Grundherr verlangte und erhielt in seinem Gebiet ein Monopol für jedweden Handelszweig, den er nur anfangen wollte. Und diese Feudalrechte wurden gesetzlich fest- gelegt; wehe dem Untertan, der sich dagegen verging! Der kleine Händler wagte es nicht, wegen der Handels- monopole eines Grundherrn vor der feudalen Gerichtsbar- keit Streit zu führen. Unter diesen Umständen blieb die Stellung des Kaufmanns anderthalb Jahrhunderte lang eine niedere, wenn er auch hoch über dem schuftenden Arbeiter stand. Die Kaufleute griffen dafür um so mehr zu gewagten und oft bedenklichen Mitteln des Gelderwerbs. Sie han- delten und schacherten keck darauf los, waren immer auf dem Posten, umschmeichelten die Aristokratie und saugten den Arbeiter aus. Zum mindesten in New York war der unverschämteste Wucher schon frühzeitig ein beliebtes Mittel, sich den Besitz anderer zu verschaffen. Diese anderen waren un- wandelbar der Handwerker und der Arbeiter; denn der Kauf- mann durfte es nicht wagen, den Aristokraten zu über- teuern, dessen Macht er mit gutem Grunde fürchtete. Das Geld, das durch den Verkauf von Rum und von wert- vollen Fellen, die man den dummen Indianern abschwatzte, verdient worden war, wurde zu entsetzlich drückenden Zinsen ausgeliehen. Konnten die Zinsen nicht bezahlt werden, so schoß der Geldverleiher ohne Gnade auf den Unglücklichen herab und steckte seinen Besitz ein. In der Provinz New York war der reichste Kaufmann jener Zeit Cornelius Steenwyck, ein Spirituosenhändler, der im Jahre 1686 starb. Er hinterließ ein Vermögen von