20 — Arbeiter durch Kontrakte auf lange Jahre zu fesseln, und in den endlosen Streitigkeiten zwischen den Händlern in den Kolonien und denen in England, die in der Revolution gipfelten. In den Kirchen beteten die Kolonisten zu Gott als zum Vater aller Menschen und bezeigten große Demut. {n der Praxis aber erkannten die Besitzenden keinerlei Brüderlichkeit und dergleichen an und schenkten sich auch die Demut. Die Kaufleute ahmten in kleinerem Maßstabe das Grandseigneurtum der Land-Nabobe nach. Nur wenig Kaufleute handelten nicht mit Negersklaven, und nur wenige hatten nicht einen oder zwei verdungene Arbeiter, über deren Arbeitskraft und deren Lebensgang sie für eine lange Reihe von Jahren beliebig verfügten. Eine Knechtschaft mit gewissen Einschränkungen, Lehrlingschaft genannt, war allgemein verbreitet: arme Burschen, Mädchen und Erwachsene wurden durch bittere Not zum Dienste gegen Kost und Wohnung, fast ohne Lohnzahlung gepreßt. Die Fischereien Neu-Englands Gegen Ende des siebzehnten Jahrhunderts waren die Kaufleute Bostons die reichsten in den Kolonien. In Boston ging der Handel am flottesten. Nach den Berichten der Historischen Gesellschaft in Massachusetts gab es in Boston um 1687 zehn bis fünfzehn Kaufleute, deren Gesamtvermögen sich auf 50 000 Pfund Sterling oder je 5000 Pf. St. belief — und fünfhundert Personen, die je 3000 Pf. St. „wert waren‘, Einige von diesen Vermögen kamen von Pelzen, von Nutzholz und von Warenabsatz. Die Hauptquelle aber waren die Fischereien an der Küste von Neu-England. Bellomont schrieb im Jahre 1700 den größeren Handel von Massachusetts der Tatsache zu, daß Fletcher die besten Grundstücke der Provinz New York betrügerisch verkauft und auf diese Weise schlechte Verhältnisse herbeigeführt hatte. Andernfalls hätte New York die Provinz Massachusetts schnell an Bevölkerung und Handel überflügelt. Während nun die Bevölkerung des Südens hauptsächlich vom Ackerbau lebte und die New Yorker Kaufleute sich mit der bequemeren Methode begnügten,