— 47 zeugungen betont wurden, tiefe Klassenunterschiede. Und wenn die Geistlichen die armen Leute zu Demut, Gehor- 3am und Genügsamkeit ermahnten, ihnen himmlische Be- lohnungen versprachen und die großen Kaufleute als er- wählte Männer Gottes priesen, so handelten sie auch nur im Interesse der Besitzenden, die, um Geld zu machen, eben Arbeiter brauchten, die schließlich den Wohlstand er- zeugten. Und die großen Kaufleute ließen diese Predigten drucken und verteilen. Da die Gesetze die Besitzenden bevorzugten und ihnen geradezu die Regierungsgewalt verliehen, konnten diese die Arbeiter mit schmeichelhaften Worten von der Würde der Arbeit abspeisen und’ die wertvollsten Privilegien, wie Bankkonzessionen, Kanalbau-, Handelsprivilegien und Liebesgaben in die Tasche stecken. Strenge Gesetze gegen die Armen Zugleich mit diesen Bevorzugungen gab es lange Zeit Ge- setze, die die Armen in erschreckendem Grade bedrückten. Arme Schuldner konnte man so lange, wie man wollte, ins Loch stecken, wie gering die geschuldete Summe auch war. Es war leicht, den Armen um seinen mageren Lohn zu betrügen, da er ja kein Anrecht auf die Produkte seiner Arbeit hatte, auch wenn man ihn nicht bezahlte. Seine Arbeitskraft war alles, was er zu verkaufen hatte, aber während die Produkte seiner Arbeit, sobald sie „Eigen- tum“ des Unternehmers geworden waren, den stärksten gesetzlichen Schutz genossen, schützte dasselbe Gesetz den Wert seiner Arbeitskraft nicht im geringsten. Schulden zu haben war für einen Arbeiter ein Verbrechen, ja schlim- mer als ein Verbrechen, denn während man einen Ein- orecher oder Taschendieb eine Zeitlang einsperrte und dann wieder freiließ, mußte der arme Arbeiter so lange im Loch sitzen, wie es seinem Gläubiger beliebte. Der Bericht der Gesellschaft für Gefängnisdisziplin für 1829 besagt, daß in den Vereinigten Staaten ganze 75000 Menschen lährlich Schulden halber eingesperrt wurden, und daß mehr