— 118 — Die Steuerdrückerei der Grundbesitzer Astor und all die anderen Grundbesitzer brauchten die ganze Maschine des Gesetzes aufs energischste, um ihre Rechte als Grundbesitzer, Pachtgeber oder Pächter durch- zusetzen. Wir haben nicht ein einziges Beispiel von Nach- giebigkeit auf seiten Astors, wenn es sich darum handelte, den rückständigen Mietern Frist zu geben. Ob in der Fa- milie des Mieters Krankheit herrschte, ob er in äußerster Notlage war — er wurde mit seinen sieben Sachen auf die Straße geworfen. Während er sich so die Härte des Gesetzes gegen Miet- schulden zunutze machte, übertrat er selber ‘das Gesetz immerfort, indem er sich vor der Besteuerung drückte. Aber damit tat Astor keineswegs etwas Besonderes. So gut wie die ganze besitzende Klasse tat es, nicht bloß einmal, sondern so ständig, daß die offiziellen Berichte die Tatsache Jahr für Jahr erwähnten. Ein Bericht der Ratsherren über die Besteuerung für 1846 zeigt, daß 30 Millionen steuer- pflichtigen Besitzes alljährlich der Besteuerung entgingen, und daß die Steuerbeamten nichts dagegen taten: „Unsere reichen Kaufleute und schweren Kapitalisten ... finden Vorwände, ihre Familien nach nahen Orten ziehen zu lassen und sich so vor jeder Besteuerung zu drücken, außer für die Grundstücke, die sie benutzen. Mehr als zweitausend Ge- schäftsfirmen in New York, deren Kapital in New York an- gelegt ist und Geld einbringt, mit einem Personalvermögen von 30 Millionen Dollar, entgehen so der Besteuerung.“ Die edle Kunst des Detraudierens Die Kommission wies nach, daß bei dem Steuersatz von ı Prozent die Stadt auf diese Weise um die Summe von 225 000 oder 300 000 Dollar jährlich betrogen wurde. Die zweitausend Firmen, um die es sich handelte, waren die ein- flußreichsten und angesehensten; von ihren Inhabern waren die meisten fleißige Kirchgänger und Leiter oder Mitglieder mildtätiger; Vereine, und sie alle waren einig im Wider- stande gegen jede Bewegung der arbeitenden Klassen zur