1239 — einzigen Grundbesitzer berichtet, der sich geweigert hätte, die großen Gewinste aus solchen Mietkasernen einzu- sacken. Groß waren sie in der Tat, außerordentlich groß, denn die Grundbesitzerklasse betrachtete Wohnhäuser als „glänzende Kapitalsanlage‘“, und alle bis auf einen hielten daran fest. Dieser eine war William Waldorf Astor von der heutigen Generation, der, wie uns berichtet wird, „im Jahre 1890 wenig aussichtsreiche Miethäuser im Werte von einer Million Dollar verkaufte“. Was mag William Waldorf Astor bewogen haben, sich so von den überlieferten Ge- wohnheiten seiner Kaste zu scheiden, daß er eine „glänzende Kapitalsanlage‘“ fahren ließ! Graute ihm vor dem Ver- mieten, oder wurde er in den Methoden wählerischer ? Es sei bemerkt, daß bis dahin er und seine Familie die Ein- künfte aus den Mieten mit großer Zähigkeit einkassiert hatten — die Quelle, aus der das Geld floß, störte ihn also offenbar nicht. Und beim Verkauf dieser Mietkasernen mußte er sich sagen, daß die Käufer seinen Profit bei der Transaktion wieder den künftigen Mietern aufbürden würden und daß auf diese Weise nur eine größere Über- völkerung entstehen mußte. Was war also der Grund? 5 Um das Jahr 1887 hatte sich in New York eine lebhafte Agitation gegen die entsetzlichen Zustände in den Miet- kasernen gebildet, und allgemein wurden Gesetze verlangt, die ihnen ein Ende machen oder wenigstens einige Besserung herbeiführen sollten. Die ganze Grundbesitzerklasse be- kämpfte diese Agitation und diese Gesetzesvorschläge aufs kräftigste. Da wurde bezeichnenderweise vom Bürger- meister eine städtische Kommission gebildet, die diese Zustände untersuchen sollte — und diese Kommission wurde aus Grundbesitzern gebildet. William Waldorf Astor war ein hervorragendes Mitglied dieser Kommission. Der Hohn, der darin lag, daß man einen Mann, dessen Familie ganze Meilen von Miethäusern besaß, für eine Kommission wählte, deren Aufgabe es sein sollte, Mittel zur Besserung der Zustände in den Miethäusern zu finden, entging dem Publikum nicht; die arbeitende Bevölkerung war, und mit Recht, skeptisch über den guten Glauben dieser Kommis- sion. Jedes Gesetz, begonnen mit dem milden und wirkungs-