301 — Vanderbilt. Er steckte in einem verzweifelten Kampf mit Gould. Vergebens streuten seine Agenten und Unter- händler Unsummen aus, um genügend Stimmen für die Hintertreibung des Gesetzes zu kaufen, durch das Goulds betrügerische Aktienemission legalisiert werden sollte. Die Mitglieder der Legislatur ließen sich gleichmütig von beiden Parteien das Geld zustecken. Gould erschien persönlich in Albany mit 500 000 Dollar in Banknoten, die im Umsehen verteilt waren. Ein Senator bekam, wie durch eine Unter- suchungskommission. festgestellt wurde, von Vanderbilt 75 000 Dollar und von Gould 10 000 Dollar, behielt beide Summen und stimmte mit der Gouldschen Mehrheit. Erst nach vielen strafrechtlichen und Zivilklagen, die Vanderbilt anstrengte, erreichte der alte Mann, daß Gould und seine Komplicen verurteilt wurden, ihn für die gefälschten Aktien zu entschädigen. Die besten Bedingungen, die er erreichen konnte, waren ein unbefriedigendes Arrangement, bei dem er noch immer mehr als zwei Millionen verlor. Niemals war dieser alte Gauner überlistet worden; sein ganzes Leben lang, außer bei einer Gelegenheit?), hatte er mit seinen Betrüge- reien Glück gehabt; aber dem gewandten, ebenso schlauen, korrupten und reichen Gould war er nicht gewachsen. Van- derbilt brauchte einige Zeit, um das einzusehen, und erst nach mehreren kostspieligen Erfahrungen mit Gould ge- stand er sich ein, daß er nicht hoffen konnte, Gould zu be- siegen. Eine neue Konsolidierung geplant Vanderbilt entschädigte sich aber schnell und reichlich für die Verluste, die er in seinem Eriemanöver erlitten hatte. Warum, dachte er, nicht die New Yorker Zentral- und die Hudson River-Eisenbahn in eine Gesellschaft verschmelzen and daraufhin das Aktienkapital erheblich steigern? Die Zeit war reif für eine neue Belastung der Arbeit jener Generation und der folgenden. Die Bevölkerung wuchs un- Ai 1) Im Jahre 1837, als er einem Unternehmer, der die Post zwischen Washington und Richmond befördern wollte, ein Betriebskapital vorgeschossen und sich eine Sicherheit hatte geben lassen, die sich als wertlos erwies.