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        <title>Geschichte der großen amerikanischen Vermögen</title>
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            <surname>Myers</surname>
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      <div>399 — 
Gelingen seines Plans zu sichern bestach Gould den General 
Butterfield, dessen Ernennung zum Unterschatzsekretär 
von New York Corbin veranlaßt haben wollte. Gould sagte 
1870 aus, er habe Butterfield ein privates Darlehn gegeben 
und I 500 000 Dollar durch Spekulationen für Butterfield 
verdient. Diese Angaben bestritt Butterfield?). 
Durch Corbin versuchte Gould, Grants Politik zu er- 
forschen, und mit Fisk als Vermittler versuchte er, 
persönlich den Präsidenten auszufragen. Zu ihrer Be- 
stürzung entdeckten sie, daß Grant keineswegs geneigt war, 
ihre Argumente zu begünstigen. Die Aussichten waren 
sehr trübe, Gould rettete die Situation mit’ beispielloser 
Frechheit. Indem er allerlei detaillierte Gerüchte aus- 
sprengte und die Zeitungsberichte durch feile Journalisten 
beeinflußte, versetzte er nicht nur die ganze Börse, sondern 
auch seine eigenen Bundesgenossen fälschlich in den Glau- 
ben, daß hohe Regierungsbeamte mit ihm im Einverständ- 
nis wären. Es wurde eifrig das Gerücht verbreitet, daß die 
Regierung nicht beabsichtige, einen Teil ihrer Goldreserven 
in Umlauf zu setzen. Infolgedessen stieg der Preis auf 146. 
Bald darauf kam verschiedenen finanziellen Gruppen der 
Argwohn, daß Gould nur einen Bluff beabsichtigte. Da 
sich die Ansicht verbreitete, daß er sich auf die Unter- 
stützung der Regierung nicht verlassen könne, fiel der 
Preis des Goldes, und Goulds eigene Makler wandten sich 
gegen ihn und verkauften Gold, 
Gould betrügt seine Partner 
In dieser Bedrängnis erkannte Gould, daß etwas ge- 
schehen müsse, und zwar schnell geschehen, wenn er dem 
völligen Ruin entgehen wollte, da er das ganze Gold in 
Händen hatte, das von ihm zu hohen Preisen angekauft 
war. Durch eine geschickte Manipulation überzeugte er Fisk 
davon, daß Grant tatsächlich ein Bundesgenosse sei. Gould 
hatte die Majorität der Tenth-National-Bank angekauft. 
Dies Institut benutzten Gould und Fisk nun zur betrügeri- 
schen Herstellung von bankbeglaubigten Schecks; von diesen 
1) Gold Panic Investigation etc., S. 160.</div>
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