Auf unseren Lokalbahnen wechselt die Intensität des
Verkehres während des Jahres in weiten Grenzen, weshalb
die schweren Lokomotiven nicht immer voll ausgenützt sind
und dann unwirtschaftlich arbeiten, Doch 1äßt sich daran
nichts ändern, weil die schweren Lokomotiven zur Zeit des
stärkeren Verkehres (Herbstperiode) für einen wirtschaftlichen
Betrieb notwendig‘ sind,
Wenn man verhindert ist, das Gewicht der Lokomotiven
 zu vermindern, bleibt nur die Verminderung des Zuggewichtes
 durch Verkleinerung der Tara, d. i. des Gewichtes
der Wagen übrig. Da die Güterwagen freizügig bleiben
müssen, sind es außer den wenigen ausschließlich nur
im Binnenverkehre verwendeten - Güterwagen nur die
Personen- und Gepäcks-Postwagen, deren Gewicht herabgesetzt
werden kann.

Dieses Leichtermachen hat die Staatsbahnverwaltung in
der neuen Wagentype, welche sehon bei den im Jahre 1903
zur Eröffnung gekommenen Linien angewendet wurde, in ausgiebiger
 Weise besorgt, indem das Wagengewicht von rund
12 € auf rund 6 € bei unwesentlicher Verminderung des
Fassungsraumes herabgesetzt wurde, Diese neue Wagentype
soll von nun an für alle neuen Linien angeschafft und auf den
alten Linien allmählich gegen die schweren, nach den Hauptbalıntypen,
 den Betriebsanforderungen dieser Bahnen entsprechend
 gebauten Wagen, umgetauscht werden.
Der ökonomische Effekt dieser neuen, leichten Personenund
 Dienstwagen ist ein sehr bedeutender, denn in jeder
rollenden Wagenachse ist das Zugsgewicht um 3 % vermindert,
 so daß nach dem Durchschnitte des Jahres 1902
gerechnet, die Zugleistung für das Bahnkilometer um 41000,
d, i. 25%, der gesamten Bruttotonnenkilometer kleiner wird,
und der Kohlenverbrauch allein um 10 € und die Ausgabe
hiefür um rund K 100'— pro Bahnkilometer jährlich sinken
müssen. Dazu kommt noch zu berücksichtigen, daß diese
leichten Wagen um rund K 3000 das Stück weniger kosten.
Die Wagen haben beiderseits eine Plattform, Mittelyang
 und Übergangsbrücken, so daß der Kondukteur Zutritt
zur Lokomotive findet.