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In den letzten Jahren wurde zur Verbilligung des Lokalbahnbetriebes
 die Einführung der sogenannten Motorwagen
(Selbstfahrer) vorgeschlagen und hat diese Frage viel Staub
aufgewirbelt. Auch die österreichischen Staatsbahnen beschäftigen
 sich seit längerer Zeit mit den Motorwagen und lassen
verschiedene Typen probeweise im regelmäßigen Betriebe laufen.
Die bisherigen Betriebsergebnisse sind unbefriedigend und bieten
wenig Aussicht für die Zukunft. -
Die Freunde der Motorwagen gehen von der Anschauung
 aus, daß es für den Lokalbahnverkehr unwirtschaftlich
sei, mit der Lokomotive alten Systems eine große tote Last
zu bewegen und wünschen eine rationellere Verwendung der
Zugkraft durch Vereinigung der Lokomotive und der Wagen
zu einem Fahrzeuge — ganz bezeichnend Motorwagen
genannt. Diese Vereinigung ist ohne Schwierigkeiten ausführbar,
 indem man einen Teil des Wagenraumes zur Unterbringung
 des Motors und eine Wagenachse zum Kraftantriebe
 benützt. Dem Konstrukteur eines solchen Fahrzeuges
wird nur die Aufgabe zufallen, den Motor so kompendiös zu
bauen, daß er von dem Wagenraume einen möglichst kleinen
Teil in Anspruch nimmt und dabei die dem Verkehrsbedürfnisse
 entsprechende Kraft entwickelt. Bevor der Ingenieur
an die Lösung dieser Aufgabe schreitet, wird er fragen, welche
Verkehrsbedürfnisse auf den Lokalbahnen zu befriedigen sind.
Sieht man von der Güterbeförderung ab, so wird die Antwort
lauten: Dieselbe Leistung, welche den aus einer Lokomotive,
einem Wagen für Post- und Gepäckssendungen und je nach
Bedarf aus einem oder mehreren Personenwagen bestehenden
Zuge zugemutet wird.
Einen Motorwagen zu bauen, der dieses Bedürfnis gleichfalls
 befriedigen könnte, ist bisher nicht gelungen; dies wird
auch nie gelingen, weil man mit Fahrzeugen von unmöglichen
Dimensionen und unzulässiger Inanspruchnahme des Oberbaues zu
tun hätte, die höchst unzweckmäßig und äußerst unrationell wären.
Die Motorwagenbauer haben sich deshalb entschlossen,
das Verkehrsbedürfnis nur teilweise zu befriedigen und dadurch
 die Konstruktion von Fahrzeugen mit gangbaren Dimensionen
 zu ermöglichen. So entstanden zweiachsige Motorwagen

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