31

schaft Londons ist trübe gestimmt, wenn sie fehlen.!) Von
ihrer allgemeinen verbreitung zeugt auch der umstand, dass
von ‘“wafer’ ein nomen agentis, ‘wallrer’, der waffelbäcker,
yebildet wird.?) Andere feine brotarten, die zum teil auch
nur lokale bedeutung gehabt haben mögen, waren das ‘pouf’
oder ‘puff-bread’, auch französisches brot genannt,%) das
‘clerematyn’,*) das ‘manchet-bread’°) und das ‘coket’.®) Das
letztere war wohl ursprünglich die bezeichnung des laibes,
der mit einem stempel versehen war;’) denn ein ‘coket’ oder
‘cocket’ war eine art von stempel.®)
Von den gewürzten gebäcken tritt früh schon das Ingwerbrot,
 ‘ginger-bread’, auf®); schon aus der im späten mittelalter
herrschenden vorliebe für starkgewürzte speisen und getränke
können wir schliessen, dass es nicht selten gegessen wurde;
es wird denn auch als einfuhrartikel Londons angeführt. 10)
Der schon erwähnte fladen!!) war im späten mittelalter
in England nicht ein gebäck, sondern ein in der pfanne bereitetes
 gericht, !?) obwohl das wort ursprünglich ein flaches
backwerk bezeichnet. !?)
Auf die form des gebäcks bezieht sich auch das in diesem
sinne nur einmal belegte ‘horn’. 14)

1) Alle London I leue liketh wel my wafres And lowren whan thei
Jakken hem: Langl., P. P. B. XIII. 264 £.
?) Siehe oben p. 30 anmerk. 11.
?) Panis Franceis qui dicitur pouf quod sit de eodem bultello quo
wastellus: Lib. Albus. p. 353. -— Babee’s Book pp. 148, 165. 271, 272.
') Langl., P. P. C. IX. 328.
5) Liber Cure Cocorum, p. 58.
5) Langl., P. P. C. IX. 328.
7) Siehe oben p. 27.
3) Vgl. Riley, im Lib. Cust. p. 793.
7) Murray, New Engl. Diet. 8. v.
0) Karke de gingebred: Lib, Albus. p. 224. — La karke de gingebraz
(wahrscheinlich für gingebred): Lib. Albus p. 230.
11) Me. ‘flawn, faun’, latinisiert ‘flatho’. — Quando flathones fiunt ad
opus monachorum: Chron. Mon. de Abingd. Vol. II. p. 308.
12?) Siehe oben p. 21.
13) deynte flawnes, brode and flat: Rom. of the Rose 7042. Vgl. Heyne,
D. Nahrw. p. 274.
1) For hom he broughte fele sipe Wastels, simenels with pe horn:
Hav. 778f. — Vgl. Schweizermundart gipfel, halbmondförmige semmel
Schweiz. Idiotikon II, 390. — Vgl. auch fr. ‘cornet”.