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ein wein, bei dessen genuss die trinker nicht infolge des
sauren geschmackes das gesicht verzerren, sondern der an
süssigkeit den weinen Frankreichs wenig nachsteht.!) Damit
giebt unser gewährsmann also stillschweigend zu, dass der in
England erzeugte wein in der regel ein saurer tropfen war,
wie wir es auch nicht anders erwarten können. Wahrscheinlich
 werden die trauben auch nur in günstigen jahrgängen
zur reife gelangt sein; denn dass das klima Englands in
jener zeit ein milderes gewesen sei als heute, lässt sich kaum
annehmen. So kam es denn, dass der weinbau in dem masse
abnahm, als der verkehr mit dem festland, besonders aber mit
Frankreich zunahm, und bessere weine als England sie zu
erzeugen vermochte in grösseren mengen eingeführt wurden.
Wilhelm von Malmesbury erzählt uns von einem weinberg,
der am anfang des 11. jahrh. von einem griechischen mönche
bei seiner abtei (Malmesbury) angelegt worden sei, und der
viele jahre bestanden habe;?) der also demnach zur zeit, als
er das niederschrieb, nicht mehr bestanden haben kann.
Daraus folgt, dass es sich vielerorts nur um missglückte versuche
 gehandelt haben kann, den weinbau in England einheimisch
 zu machen. In einigen gegenden finden wir aber
trotzdem im 13, und 14. jahrhundert noch reben, so im besitz
des klosters Gloucester,?) Robert von Gloucester schreibt am
anfang des 14. jahrhunderts in seiner chronik, indem er die
vorzüge der verschiedenen gegenden Englands hervorhebt, in
Winchester finde sich am meisten wein,1) woraus zu schliessen

1) Regio plus quam alie Anglie provintie vinearum frequentia densior,
proventu uberior, sapore jucundior. Vina enim bibentum ora tristi non
torquent acredine, quippe qu® parum debeant Gallieis dulcedine: W. Malın.
Gesta Pont. Angl. p. 292.
?) Eodem tempore (c. 1030) venit ad locum quidam monachus Graecus,
aomine Constantinus. ... Hic primus auctor vinezg fuit, que in colle monasterio
 ad Aquilonem vicino sita, plures duravit annns: W. Mal. Gesta
Pont. Angl. p. 415.
3) Hist. et Cart. Mon. de Gl. I. pp. 48; 50; 55; 333.
‘) In pe contrey of kanterbury mest plente of fiss is and mest chas a
goute salesbury of wilde bestes iwis. At londone ssipes mest and win at
winchestre: Rob. of Gloucester’s Chron. 139 ff. Möglich wäre allerdings, dass
unser chronist durch eine falsche etymologie des namens der stadt [Venta
Belgarum, Wintanceaster, Winchester] oder durch einen versuch zur erklärung
 des namens veranlasst worden wäre, kühn zu behaupten, in Winohester
 finde sich am meisten wein.