‚0 Recht der Schuldverhältniffe. die Mehrheit, vgl. vor allem Crome II S. 18 ff.; Kehbein II S. 12; land S. 5; Kohler, Arch. f, bürgerl. %. Bd. 12 S, 1—88; derjelbe in Kohlers Enzyklopädie I S. 645 8 56; Stammler, echt der Schuldverh. S. 2. Die Maifiihe Rechtfertigung unjerer Anficht fieferte Jon 5. Shering, Gejammelte Auffäße III S. 126 ff. und Jahrb. f. Dogmatik Bd. 18 S. 41. Bal. neuerdingS aud) Lehmann, Die Unterlaffungspfliht im bürgerl. I. S. 55 ff. Erforderlich ift aber fomwohl zur Begründung al? auch zum Sortbeftande eineS Schuld: verhältnifjeS ein nad vorftehendem fhußmwürdiges Snterefje überhaupt. Daher bewirkt ortfall des Interefles Uufhebung des Schuldverhältnifjes. Vgl. darüber bejonder? Leh- mann, Die UnterlafiungsSpfliht S. 215, 216 gegen Krüdmann, rchiv f. d. zivilijt. Praxis Bd. 90 S. 88 ff., weicher dem Schuldner nur ein Recht der Einrede gibt, {olange er ein be: rechtigtes Interejffe an der Nichterfüllung Hat. Beifpiel: Fabrikant B Hat feinen Werkmeifter A verbflichtet, während dreier SKahre nach Austritt au3 feinen Dienften keine Stellung bei der Konkurrenzfirma X anzunehmen. Nah einen Jahre brennt die Sabrif des B ab und feßterer gibt die Fabrikation auf. YNehnlihe Beifpiele bei Hartmann, Die Obligation S. 60 Anm. 8. Val. au ROE, Bd. 47 S. 238; Ripr. d. OLG. Bd. 1 S. 390. Ferner auS der Viteratur: Kein, Untergang der Obligation durh Zwederreihung S. 147; Wendt, Archiv f. ). zinilift. Praxis Bd. 92 S. 57; Ritter in D. Fur.3. 1908 S, 351. 9, Natürliche Berbindlichteiten Maturalobligationen):*) Nach dem BGB. find grund- jäglich ale Schuldverhältnifje Ylagbar. Die Mage führt bet erfolgreiger Durchführung zum jog.- fompulfiven ExefutionsSzwang, der Kbrigen? nur, foweit e8 jihH um Verpflichtungen zur Herau8gabe einer im Befibe des Beklagten befindlighen Sache Handelt, ein direkter, abgefehen davon ein indirekter Yt und feine Grenzen an den S8 704 ff. ZBO., bei unvertretharen Hand- ‘ungen insbejondere an 8 888 ZPO. findet, Sch bezeichne jolde, abgefehen von der unter Umitänden in Frage kommenden Selbft- hilfe (S 229) mit jtaatlihem Erekutiondzwang au8geftattete Obligationen al volltommene Zivilobligativnen. Neben diejen kannte das frühere gemeine KR. {og. Naturalobligationen, jaßte aber unter diejem Ausdruck verfchiedene Stufen der indirekten Erzwingbarfeit zujammen, wodurd der Begriff derfjelben getrübt murde, Um HNarer zu unter/heiden, hat man bielmehr der regel- mäßigen vollkommenen Zivilobligation gegenüberzuftellen: a) die undolltommene Zivilobligation. Hierher gehört einmal der Fall, daß eine Leiftung nicht Fompuliiv, durch Klage, jondern nur durch VBorenthaltung »iner Sache indivelt erzwungen werden kanıt (& 1000, Zurücbehaltungsrecht wegen Verwendungen); fodann der Zal des 8 821 (Einrede des mangelnden sechtligen Grundes au nah Verjährung des Anfpruchs auf Befreiung), des 3 8538 (Unverjährbarkeit der Einrede de8 dolus 1roß Beriährung des Anipruchs auf Aufhebung der Forderung); 3) die ehte Naturalobligation; fie ift eine Schuld vZne Haftung, fie ift in feiner Weije, weder direkt noch indirekt, erzwingbar, wohl aber erfüllbar, und zwar in dem Sinne, daß die condictio indebiti ausgefhloffen wird, jelbit menn in Unfenntniz der rechtlichen Unerzwingbarkeit geleiftet {ft Auch innerhalb des Begriff® der echten Naturalobligation Hit wiederum ein Unterfhied zu machen; fofern; x) gewiffe natürlide Forderungen durd vertragsmüßige Unerkennung zu pollfommenen oder durch Beftelung einer Sicherheit z. DB. eines Pfand cecht8 zu unvollfommenen Aivifobliqationen umgeltaltet merden fönnen, *) Literatur: SeHmanert, Naturalobligationen 1861; Scheurl, Jherings Jahıb Bd. 7 S. 318 ff.; Ubbelohde da]. Bd. 38 S. 216 ff.; Stammler, Hecht der SEE S. 26 f.; Kuhlenbek, Bon d. Pond. 3. BGB. II S. 5—10; Dertmann, Allg. Öfterr. Ger.3. [902 S. 129; iingmüller, Die Lehre von den natürlichen Berbindlichteiten 1905; Mahler Die natürlichen Nerbindlichfeiten im HGB. Diff. 1904. '