I. Abjnitt: Inhalt der Schuldverhältniffe. Släubiger nach dem Holaufe der von ihm felbft gefebten En die Annnahme der Geldentichädigung unter Berufung darauf, daß die Frift feine angemeljene war und deshalb al8 nicht gejebßt zu gelten Habe, ıblehnen dürfen. Dies kann unmöglich die Woficht des Gejfekes jein; e5 wäre eine unbillige Sn gegen den Erjagpflichtigen, welcher, darauf bauend, daß der Gläubiger fih an feine Erklärung gebunden zrachte, vielleicht eine ihm während des LaufeS der Frijt ungeachtet ‘Orer Sürze gebotene günitige Gelegenheit zur Gerftellung hat voritber- gehen lajten, weil er gewillt war, mit dem Ablaufe der Hrilt die Seldentichädigung zu leiften, I. €, it mit Dertmann Bem. 3, Cofjack 8 105 Anm. 18, Dernhurg II $33 Yr. 4, Kipp-Windfcheid II S. 88, Baech, SE S. 157, Bescatore, Wahlidhuldverhältnifje S. 230, Romeick S. 27 ff, D. Iur.3. S. 495, Sänger, DS beim Kauf 1902 S. 14, Sylolny-Caro zu 8 283 Nr. 26, Tibße, Unmöglichfeit S. 147 Anm. 51, Wendt, Archiv |. 5. 3ivilijt. Praxis Bd. 92 S, 194 anzunehmen, daß auch durch Segung einer unangemeifenen Frijt die wirklich (objektiv) angemeflene, ie im Streitfalle nachträglidh das Gericht jetiaulehen dab in Be wegung gefeßt wird. Val. auch ROSE. Bd. 56 S. 234: Seuff. Arch. Bd. 59 Hr. 150 S. 266, Nr. 74 S. 137. Noch in verfchiedenen anderen Fällen räumt das BGB. einem Bertragsteile das YKecht ein, dem anderen Teil eine angemefjjene Frift zur Bewirkung einer SE, oder zur Yogabe einer Erklärung zu beftimmen mit der Solge des Eintreten8 eines Nechtsnachteils für den Sall der Berfäumung der Zrift, fo 3. B. in SS 264 Ubi. 2, 283, 326, 344, 345. In allen diefen Füllen ijt das Erfordernis ber Angemejjenheit der Krilkt in gleidem Sinne au8s- zulegen. Wenn der Gläubiger eine Längere Zrift beftiunmt hat, al8 erforderlich mar, fo behält jelbftverftändlich der Schuldner das Recht, die Derfieffung 6iS zum AWolaufe der Zrift zu bewirken; DE ijt die Herftellung immer, menn jie innerhalb der vom Gläubiger be timmten Zrift erfolgt. Dadurch wird die Erftredung der HKechtzeitung im Falle einer zu hırzen Bemeffung auf einen objektiv angemeffenen Beitraum nicht ausge chloffen. 6. Wenn die Herftellung in Natur für den Gläubiger kein Intereffe mehr hat Gur „Entfchädigung nicht genügend ft“), bedarf e8 der e nicht. Bol. 8 251. Cbhenfo bedarf eS keiner FrijtfeBung, wenn der Gegner bereit erklärt hat, nicht in natura leiften zu wollen. WBgl. Crome I! 8151 1, c. 7. Beweislajt, Der Olänbiger hat zu beweifen, daß er die Frijft mit der Ablehnungserkflärung gefeßt hat und daß die Frift eine angemejfene war. Der Schuldner muß beweijen, daß er innerhalb der gefeßten Srift Dder, wenn die Frift zu iurz bemeffen mar, ohne Verzug innerhalb einer von der Friltbeltimmung an laufenden angemefjenen Frijt die Herftellung bewirkt hat. 8. Prozefiutale Behandlung des $ 250: Allerdings ijt der Anfpruch auf Natural- ceftitution gejeblich der primäre (Tejolutiv Gedingt), während derjenige auf Selderjaß [uSjpenfiv (BeleBlich) bebingt ijt. Dies Ihließt aber nicht die Möglichteit aus, beide Un- iprüche mit der Klage zu verbinden, fo daß prinzipaliter auf Sa binnen an- gemefjener Frijt, eventualiter auf Gelderfaß geklagt wird. Val. S 255 ZPO. Alsdann It auf Gelderfaß zu erkennen, wenn die angemefjene Frijt zur Zeit der Urteilsverkündung gereit3 als N erachtet werden kann. Auch kann Kläger beantragen, daß die Frift, bei deren fruchtlofem Abhlaufe der Eriaß in Geld zu feiften GE im Urteile Jelbit beftimmt werde. Val. Pland Bem. 4, Dertmann Bem. 6 zu 8 250, Sellner, Zur Behandlung fog. Sventnalanträge A Seuffert8 Bl. f. RY. 1904. S. 496. AM. M. Lanabheineken, Anivruch 1111 PLIYeDe . 62. e) 8 251.*) Soweit die Herftellung nidht möglich oder zur Entjhädigung des Gläubigers nicht aenligend it, hat der Eriaßpflichtiae den Gläubiger in Geld zu entichädbdiaen. *) Literatur: Zu Abf. 1: Mataja, Arch. f. büirgerl. Recht IS. 275 f.; Degen- C01b, Archiv f. d. zivilift. Lraziz Bd. 76 S. 63 ff.; zu Ab]. 2: Fifjher, Der Schaden S. 210 f.; vv. Thur, Ihering8 Nahrb. Bd. 46 S. 46 ffi.; Kilch in Krit, Viertelilchr. Bo. 44 ©. 509 ff.