1. Titel: Verpfligtung zur Leiftung. $ 254. 78 Kückicht auf den eigenen SKntereffenftandpunkt des Befchädigten vorliegt, für welches eine Mißbilligung vom Standpunkte verftändiger Nircdigung der eigenen Intereffen des Beichädigten begründet er]cheint. N Dieles regelmwidrige Berhalten kann als Boriaß (als Verftoß gegen Treu und Ölauden vom Standpunkte der Verkehröfitte aus) oder als Sahr- (äjtigfeit (jeden ©rades) zu charakterifieren fein, e8 fann fowohl in einent pofitiven Cum als in einem Unterlafien beftehen. (Val. Ubi. 2.) . Bei aralijtiger Belchädigung jedoch verbietet eS bie Moral, ein bloß Fahrläifiges Verhalten Des Beichäbiagten als „mitwirfend“” im Sinne diejes Paragraphen anzuerfennen. Kein ED wird der Axglilt einen Sreibrie] auf die Unvorfichtigkeit und „Dummheit“ ausftellen wollen. Huch das römifche Recht lehnte eine comp ensatio doli jelb{t gegen culpa lata ab, wenngleich eS in Fontraftlidhen Berhältniflen culpa lata dem dolus gleich- tellte. Daher find die Enticheidungen des VDE in Sur. Br 1908 S.9 Biff. 10, NMecht 1908 II Baf 301, ROSE. Bd. 69 S. 277 N. Sur. Wichr. 1908 S. 715 Biff. 12, Hecht 1908 II Biff. 3552 zu billigen. Chenfo ROE. vom 11. April 1908 bei Warneyer, SXahrb. Mipr.) | Nr. 446. Dagegen ift NOV. in Seuff. Arch. Bd. 63 ©. 222, Sur. Wicdhr. 1908 S, 329 Bar 12, echt 1908 I Bf, 1755, KOES, vom 28. Oktober 1907 bei War- nener, Sahrl Mipr.) I Nr. 49 zu beanftanden. Bei heiderfeitigem dolus gilt aber der Sak: In pari turpitudine conditio possidentis melior est. u Ergebnis, nicht in der Begründung richtig it RGE. in Iur. IWichr. 1908 S. 677 Biff. 8. (€ veritößt gegen die guten Sitten, ein 3U Spielzweden A e Darlehen einzukflagen, auch wenn ein Ten durch argliftige oripiegelung veranlaßt worden; eS iit aber nicht Aufgabe des Richters, ich auf eine Abwägung gegenfeitiger Arglift im Sinne des $ 254 Un AUDI A einer Operation? Vgl. NG. in Seuff. Arch. Bd. 46 Yr. 189 1 und IN, Kubhlenbeck, NRechtipr. Bd. 2 S. 45—47 Sam (Endemann, Nechtswirkung der Aolehnung einer OYperation S. 52 ff, Gottichalf a. a. DO. S, 95, Nimelin S, 166; neuerdings Ange a Die rechtliche Stellung des Berleßten im Heilverfahren unter befonderer Berückfichtigung der Pflicht ar ET NO einer SEN Bürich 1908; vol. auch weitere Literatur und Braris in VBorbem. I, 4, c, 8 vor S 611. Die Ablehnung einer Operation it {huldhaft im Sinne ‚Diefes NONE wenn nad) übereinftimmender ärztlicher Auskunft hei Jorgfältiger Beachtung aller Berhältnifje und ihrer ben. Itegeln der ärztlichen Kunft angepaßten Durchführung fein wejentliches Nijiko A befürchten ft und feititeht, daß Fein anderes nicht operatives) Delser ahren denjelben Heilerfolg zu gewährleiften vermag. Bal. auch FJuld, peration8pflicht und Ermerbsiähigkeit in MonatSichr. }. foztale Medizin 1903 S. 97 ff. Die Mechtiprechung des RNeidhHSverficdherungsamts, welche die Yperationspfliht verneint, ijt für da8 Bivilrecht nicht maß- gebend, da ie EA das Sffentlichrechtliche Verficherungsrecht he- trifft. Bal. auch ROS, Bd. 60 S, 147 ff, Iur. Michr. 1905 S. 201 Nr. 4 (Umfebhr der Beweislaft). nn Ueber die Frage, ob ein „Berfchulden“ vor wenn bei einer Nfändung der Befichäbigte e$ unterlajjen hat, den hHaden durch recht- zeitige Stellung eines Antrags auf Einftellung der Va ab- zuwenden, 1. Hagen in Bl. f. RA. Bd. 72 S. 365. Bal. ferner Hecht 1907 S. 1396 Biff. 3458. . . en Sm übrigen {ft die SFeftftellung diefes „Berfchuldens8“ "eine tatfächliche Frage, mobei zu beachten ijt, daß ein Berfchulden nicht immer horn dann anzunehnen ift, wenn jemand hei Drohender Gefahr etwas Sach widriges tut, 3. 53. durch PLOT Kingeln eines zu fchnell fahrenden RT eridhredt nach) der alien Seite ausbiegt. Val. ROES. 35. 50 S. 92 ff., Bd. 48 S. 343, NOS. im „Recht“ 1907 S, 18317 Sir. 3457, RNGE. in Sur. Wichr. 1907 S. 307 Riff. S. Rettungshandlungen begründen in der Regel kein Berfchulden, noch weniger die nicht rechtswidrige Nothilfe und Notwehr im Sinne der 588 227, 228, 904 BGG. ROS, Bd. 29 ©. 122, Yipr. d. DLG. Bd. 3 S. 290. Wer eine fittliche Pflicht, erfüllt oder gar ohne die Folgen für fich felbft allzır bedenklich abzuwägen eine über das Gebot der Pflicht hinausgehende Nächftenliebe betätigt, handelt nicht fhuldhaft, folange Du: nicht jede Nusficht auf Erfolg un]1nnig erfcheint; Dafür ıft aber nicht der Standpunkt des ex post urteilenden Sachverftändigen, fondern der im Augenblicke der Rettungshandlkung erfichtliche Tatbeltand maßgebend, (S. oben Bent. 3 2u & 252, insbejondere S. 68). Dal. jedoch ROSE, in Sur. Wichr. 1907