& 292. — 2, Titel: Berzug des Gläubiger$. Vorbemerkung. 189 objeftiv und ficht von einem Berfhulden des Gläubiger& als Boraudsfehung fjeineß Berzugs ab. Dieje Regelung entipriht der von Schuldrerverzug wefentlich verjhiedenen Natur des Släubigervberzugs. Denn der Gläubiger Hit al8 folder ZU Annahme nur berechtigt, regel- mäßig aber nicht verpflichtet. Bal. Bem. 2 zu S 294. Sofern ausnahmömeije eine Annahme bfliht gejeßlid (Abnahmehllicht des Käufers, SS 433 Abfj. 2) angeordnet oder bertrag$: mäßig übernommen ift, it er infoweit nicht mehr Gläubiger, fondern Schuldner aus einem gegenfeitigen Vertrage, unterliegt alfo den Beftimmungen Über den Schuldnerverzug, Im Gegenjaß zum Schuldnerverzug kann beim Gläubigerverzug nicht von einer Pflihtverlegung, jondernm nur von der NMichtausübung eineS Rechte8 die Rede fein. Val. Kohler, Sahrb. f. Dogmatik XVII S. 261 ff. Bur Milderung etwaiger aus diejem SGefihtspunkte der objektiven mora für den Gläubiger felbft entipringenden Härten dient der $ 299, demzufolge eine vorübergehende Verhinderung an der Annahme regelmäßig, d. h. bei nicht zeitlich fizterten oder in ange mefjener Beit vorher angekündigten Leiftungen noch keinen Annahmeberzug begründet. Il, Begriffund BorauZfegungen des Gläubigervberzug3: . Der Gfäubiger kommt in Verzug (Unnahmeverzug, mora accipiendi), wenn er die Annahme ablehnt oder die jeinerfeit8 zur Erfüllung der Lieferung erforderliche Mitwirkung uUnterläßt. VBorauZgejeßt mird: Li. Möglichkeit der Zeiftung. Der Schuldner muß leijten Können und dürfen Val. Bem. 1 zu 8 2983, Angebot der Leiftung. Das Angebot muß ordnungSmäßig fein nad Yndalt, Beit und Ort der Schuld (Bem, 1 zu 8 294) und fjowohHl vom Schuldner jelbit oder von einer Berfon ausgehen, durch welde die Erfüllung zuläjfig it (88 268, 613, 664, 691, 718), al8 au an den Gläubiger jelbjt oder an eine Berjon gerichtet fein, an die wirkjam geleiftet werden kann (S8& 370, 407, 1074, 1076 #., 1282, 1291, 2366, 2367, BoNmachı, Genehmigung). In der Regel {ft tatjäcdhlidhe& Angebot (Nealobfation) erforderliH; wSrtlihes Angebot genügt nur im Sale des 8 295. NidhHterforderlid ijt ein Angebot, wenn der Gläubiger bei der Erfüllung dur eine Handlung mitzuwirken Hat, die nit nur in der Annahme beiteht (Wahl, Anweijung, Abholen u. dgl.), und für die eine Zeit nad dem Kalender beftimmt ift, oder der eine Kündigung borauszugehen hat (S 296). NidgtannahHme bzw. Unterfafjen der erforderlihen Mitwirkung von feiten des Gläubiger2. Bet gegenieitigen Verträgen gehört Hierher NMicdhtanbietung der Gegenkeiftung (8 298). nl BadhHa3ner Kojef, Vorausießungen und Wirkungen des AnnahmeberzugS. Nach) gem. NR. und dem BGB, Inaug.Diffl., Roftod 1899; B. Hirfch, Zur Revifion der Lehre Dom Sfäubigerberzug 1895; Munfk, Begriff und Vorausjegungen der mora creditoris 1898; Noien berg, Der Gläubigerverzug in Ihering8 Jahrb. Bd. 43 S, 141 fl.; Hohenitein, & 326 BGB. und der UbnahHmebverzug des Käufer3 in Grudot, Beitr. Bd. 48 S. 711{f.; der], Der Abnahme: und AnnahHmeverzug des Käufers, im Argh. f. bürgerl. X, Bd. 25 S. 69 f.; Wieland, Ermächtigung zum Leitung 3Zempfange, Archiv fi d. zivilift. Praxis Bd. 95 S. 161 ff., inZbefondere S. 216 ff; Zige, Unmöglichfeit der Seiftung S. 22 f.; darüber NMifch in Krit, Bierteljihr, Bd. 44 S. 506 f.; Wendt, Archiv f. d. zivilijt. Praris Bd. 101 S, 180 ff; v. Blume, Iberings Sahrb. Bd. 51 S. 1—21; M. Sohulß, Neber die Bedeutung der Leijtungsmöglichleit für das Sorhanden- fein des Gläubigerverzuga, Difl, Breslau 1909; Crome, Syftem II SS 163, 164, 165; Ennecceru8-Ripp, Lehrb. I, 2 88 280, 281, 282; dazu vgl. Kifh in Grünhuts Ztichr. Bd. 29 S. 528; Blod, Die Vorausiegungen der mora creditoris nach gem. KR. und dem 3GB, Difi., Greifswald 1904; Kornfeld, Die BorauSfegungen der mora creditoris nad gem. %. und dem BGS,, Difi., Noftock 1903; Warfjehauer, Der Tatbeltand des Annahme Derzugs nach gem. N. und BGG, Difi., Breslau 1902; Ziegler, Borausiegungen und Wirkungen des Annahmeverzua8 nach dem BGSY., Difl., Leipzig 1901.