92 III. Abfhnitt: Erlöfhen der Schuldverhältniffe. Auch die BefGränkung der Berfügungsfähigfkeit des Schuldners dur Konkurs oder Yfändung kann eine Erfüllung, foweit fie nicht, bloß, Ne Unterlaffen oder rein tatfächlihen Leijtungen befteht, Jundern eine 40 Aigung enthält, unwirffam machen. Val. 886, 7 KO, ROES. Bd. 38 S. W. 3, Das BGB. fagt nicht, daß die gefhbuldete Leiftung von dem Schuldne! bewirkt merden muß: feilten a) Sn der Regel Kann nicht bloß der Schuldner, fondern jeder Dritte, LEE Kol. 8 967 Of. 1 Bem. 1—4, Dertmann, Die Zahlung fremder Schulden m Arch. f. d. zivilift. Praris Bd. 82 S. 367 ff. , afchen Ausnahmöweife bewirkt die Erfüllung durch einen Dritten nicht das Erlöf Ki des DD N Jondern den gefeblicdhen Eintritt des Dritten 9 Rechte des Gläubiger8, 3. B. in den allen der 88 268 Abf. 3, 426 Ab bie 7/74 Hbf. 1, 1143, 1225. Vgl. Schollmeyer, Der gefebliche Eintritt WM, dit Rechte des Gläubiger8, Halle 1877; DVertmann a. a. DO. Arch. f. d. WIN Praxis Bd. 82 S, 367 ff). , { Wegen der Fälle, in denen der Schuldner in Perfon zu leilten hat, DS“ Bem. 2 zu 8 267. na DE Ueber das Widerfpruchsrecht des Schuldner8 gegen die Leitung D* Dritten vgl. Bem. 4 zu 8 267. 64 Ueber die Befriedigung des Hypothefengläubigers fiehe S8 1143, 1163, 119% 1173, 1174, 1182. 4, Soweit die Erfüllung in pofitiven Gandlungen befteht (val. S. 349 oben Borbent, 2, b, c), muß fie eine Seijtung zum Zwede der Erfüllung fein. Keine Erfüllung Ließ vor, wenn der Schuldner unter Beftreitung der Verbindlichkeit hei der Bahlung ertlitk den gleichen Betrag fOenken zu wollen. Der Gläubiger braucht eine joldhe Zahlund da fie nicht causa solvendi, jonderm causa donandi angeboten wird, nicht anzunehmen. Der Se braucht nicht ausdrücklich erklärt zu feit, fondern kann aus den Ei fränden erhellen. Wenn beifpielSweife auf Mahnung des Ölänbiger8 ohne weiteren Bo behalt die geforderte Geldjumme eingefandt wird, fo i{t Erfüllung anzunehmen. Wie | Halle der Untragsannahme ($ 151), Ut auch hier die Berkehrat itte zu beachten, , 8 Srfülung, insbefondere Zahlung unter Borbehalt:*) Die Erfüllung, 7 befondere Bahlung, enthält ein fonkfludentes Schuldanerfenntnis des CErfüllenden (BablenDens durch welches die Beweislajt der Negation, der Nichtfchuld im ücforberungsproh TEE und dem Erfüllenden (Zahlenden) aufgebürdet wird. Vgl. Liebknecht, Vorbeha {io zablıng S. 32 ff, Im übrigen genügt der Beweis der Nichtihuld, um die cond!® indebiti zu begründen. DazZ BGB. fordert nicht noch den Bewei8 eines Jr rtum5 er Kondizenten hei der Zahlung, JOlieBt vielmehr die Kücforderung nur aus, wenn a Seiftende gewußt hat, daß er zur Leiftung nicht berpfDtet war oder wenn die Leif einer fittlichen Pilicht oder einer auf den Unftand zu nehmenden KRückficht ent{prach (S 81 « Diefes deklaratorifche AWnerfkfenntnis der Schuld bei der Zahlung kann außen werden durch einen Vorbehalt. E83 kommt aber darauf an, welchen Sinn der prbeha hat, um deffen Rechtamwirkungen im einzelnen zu beftimmen. ct a) Der Borbehalt kann Lediglich den Sinn Haben, daß der Schuldner ze a He jet, ob die Schuld beftehe, fichH alfo vorbehalte, das Geleiftete Für Ber all, daß fie nicht beftehe, nah den Grundfägen der ungerechtfertigten 9 reicherung zurüczufordern. In diefem Falle wird — {chmwäcd te Zei hung des Vorbehalts — Iediglich fir den Fall der condictio der jo wie 10 DI Beflagten zu beweifenden Sinrede wilentlicher Zahlıuma einer Nichtfchu vorgebeugt (S$ 814). , , inne Eine weitergehende Wirkung hat der Vorbehalt, wenn er in dem Silo gemacht ift, daß nur unter der Borausfekung (unechten Bedingung, cond! tet in praesens collata, vgl. Kublenbet, Bon d. Band. I S, 385 ff.) geleifte werde, daß die Schuld beftehe, jo daß Schuldner, wenn er das Geleifich zurücfordert, LO den Vorbehalt zu beweijen braucht, die Beweis N ıber Dafür, daß die Schuld Geitebt, dem Beklagten zugewälzt wird. DI Aland Bent. 3 zu 8 362. 3 %* Qiteratur: Stölzel, Schulung f. d. zivilift. Praxis II S. 97 ff., 186 ff.; Behren% Die Erfühlung unter Borbehalt, Göttingen 1900; Liebknecht, VBorbehaltszahlung und nen tralaufredhnung 1891; Neißer, Der Vorbehalt de8 Zahlenden ujw. in Gruchot, Beitr. Bd. 3 S, 275 ff.; Ecctu8, dajelbit Bd. 42 S. 15 ff.; MartiniusS, dal. Bd. 47 S. 760 ff.; arg f d. zivilijt. Prarzis Bd. 97 S, 87; RehHbein, Komm. II S. 269; Dernburg, Bürgerl. RK. 1 SS." 982, IV; Plana Bem. 3 zu & 362; Ennecceru8, Lehrb. 4/5. Aufl. S. 155 ID) Scöninager, Die Leiftunagdaefichäfte des büraerl. NR. 1906 S. 95 ff.