5. Titel: Dienjtvertrag. S 611. 1009 „‚Gefälligfkeit“; durg SGefälligkeitsbienfte wird ein Dienftverhältnis im Sinne der 611 ff. nicht begründet. E€3 ift aber nicht ausgeidhloflen, daß Für Sefälligkeitsdienfte eine Vergütung rechtsgültig beriprochen wird, val. OLG. DYamburg Hecht 1908 Nr. 2150. Nach der ausdrücklichen GefekeSvorfchrift im AWof. 2 des S 611 Können Dienfte jeder Art hieher gehören; alfo fowohl folde von körperlicher wie geiftiger Urt, in fozialer Hinficht Höher wie niedriger ftehende Dienite. Die dem römifchen Rechte entftammende und auch in neuere Gefeßgebungen ‚bergegangene Unterfheidung zwifhen: „operae liberales‘“ und „operae Niberales“ iff biemit aufgegeben. Abgefehen davon, daß zwijchen den ver- ‘cOiedenen Unterbegriffen JcOwer eine En zu ziehen war, Janktioniert das BGS3. den Seficht&punkt, daß Arbeit in keiner Form zur Sn R pexeiht, daher auch jeder he KRehHt8fhıus genießen fol. Val. B. II, 276 ff., ©röber, Die Bedeutung des BOB. für den Arbeiterftand, Kober in BI. 1. RU, YBd. 64 S. 218, 219 und Vorbem. IN, 3; }. aber auch Löwen- jeßd a. a. ©. S. 858 ff., insbe]. S. 910, ferner Geß, Einfache und höhere Arbeit, SYena 1905 und Lotmar Bd. 2 S. 925. NebrigenS bat das BGB. die Gleichbehandlung aller Arten von Dienftleifltungen doch nidht auf die Spike getrieben, fondern in verjdhiedenen Sinzelrichtungen auch befondere Borfchriften aufgenommen. So für die mit ‚eiten Bezügen zur Leiftung von Dienften höherer Art Angeftellten ‚5 622), dann für diejenigen, welche bei einem dauernden Dienftverhältnis in die häusliche Gemeinfdhaft aufgenommen find (& 617). Wenngleich aber das Gefeß Dienfte jeder Art als Gegenftand eineS Dienft- vertragsS zuläßt, fo mülfen hier gleichwohl nad den allgemeinen Grundfäkßen de BOB. die redhts= mie die EEE Dienite “3 EN a. a. ©. S 110ff) Val. au Lömenfeld a. a. D., insbel. S. . „Die Nichtigkeit eine Dienitvertrags, in dem eine redht8widrige Arbeit vereinbart wird, folgt auZ S 134, wobei übrigen8 auch S 139 in Betracht kommen fann. Einfhlägig ift bier nicht Bloß ein Verftoß gegen in Gefeß im ftaatsrechtlichen Sinne, Tondernm auch die Verlebung eines Sebot3 oder VBerbots, das von einer Sffentliden Gewalt überhaupt inner: Jalb ihrer Kompetenz erlaffen wurde, namentlich vom Bundesrat oder von giner Sg maltungsbehürde eines BundesSftaateS (f. Einzelheiten bei Lotmar X. GC. fr Bu beachten ift bier ferner allgemein, daß eine menfhliche Tätigkeit, die ein rechtlidh verpöntes Bedürfnis befriedigt (3. B. Diebftahl, Sachbe- ichäbdigung), nicht im Gebiete rechtlich zuläifiger Dienite liegen kann. (Val. Sotmar a. a. D.). . - , Sm einzelnen lalen fih drei Oruppen reht3mwidriger Arbeit unter[cdheiden (vgl. im einzelnen hiezu Lotmar a. a. D.):; x) redht8mwidrig ohne Nückfidht auf Zeit und Berfonen 3. B. Be- DEE eine8 rechtSwibrigen ober moralwidrigen Gefcdhäfts überhaupt, Verftöße gegen {rafgefeßlidhe Vorfchriften 3. B. S 369 Nr. 1 2C., val- au SS 50, 51, 66 des Börfjengefehes, cechtSwidrig mit Rücfidht auf die Verfonen 3. B. verbotene Kinderarbeit, N | | SO mit Nücfiht anf die Perfonen und die Zeit, z. BD. yerbotene Sonntagsarbeit für gewerblidhe Arbeiter. | „Die Nichtigkeit eines Dienftvertrags, in dem moralwidrige Dienfte vereinbart werden, ergibt 7 au3 $ 138. Bol. die Beifpiele hei Lotmar a. a. OD. und vol. ferner die Bem. zu S 138 in Bd. I diefes Komm. , Neber die Vereinbarung, daß der Dienftverpflihtete gewifjen poli=z tifde oder foziale Ynterefjen vertretenden Vereinen nicht beitreten dürfe, vgl. Bem. 6 zu S 138, und 1. ferner 8 152 Gem.D. fowie Hilfe, Recht 1903 S. 480. IV. Die Vertragspflicht des Dienitberpflichteten im einzelnen: liche Die Vertragspfliht des Dienjtverpflicdhteten gipfelt in der Verbind- Achfeit, Die dem anderen EEE THSIEHE vberfprodenen Dienfte zu leiften, alfo fo, wie nach Art, Beichaffenheit, Umfang, Zeit und Ort zugefagt worden find. Für die Srage, ob und inwieweit jener Bft entiprechend Geniüge geleiftet wurde, kommen in U Sinie die getroffenen Bereinbarungen in Betracht. Subfidiär fällt aber auch ılle8 dasjenige in3 Gewicht, was zur fonkreten Frage die Natur der in Rede ftehenden Staudinger. AGB. ITh (Schuldbberbältniffe. Kober: Dienitvertraa). 3./6. Aufl. 54 /}