11. Titel: Gejchäftsfithrung ohne Auftrag. SS 685—687. 1227 „4. Ob in einer Gejhäftsführung, die ohne die MAoficht, Eriab zu verlangen, be- ätigt wird, eine Schenkung zu erbliden ift, bemißt fi nad $ 516 ({. Dem. zu S 516) Snjoweit die Vorausfjekungen einer Schenkung vorliegen, finden die Beftimmungen der 55 516—534 (j. insbefondere 8 516 Abt. 2) Anwendung (gl. land Bem. 3, Yertmann Sem. 2, Goldmann-Lilienthal S. 531 Anm. 14). . üebend 5. Die dem Geichäftsherrn nach SS 678, 661 Sat 2, 666—668, 682 zulfehenden Änfprüche werden dadurch, daß dem Gejchäftstührer nad) S 685 fein Anfprucg zuftebt, nicht berührt N. IT, 864). S 686. — Dift der Gejhäftsführer über die Perfon des SGejchäjtsherun im Srrthume, D wird der wirkliche Geichäftsherr aus der Gejhäftsführung berechtigt und der bflichtet. £, I, 757: Il, 6173 IN, 678. u Srrtum des Gefhäftsführers über die Verion des GefhHäfts- jerın fchließt die Anwendbarkeit der SS 677—685 nicht aus (Bem. 2, b, 8 zu 8 677. AXIS Gejchäftsherr . wird in joldhem Falle nicht Aa betrachtet, den Der Geichäfts- ‚Übrer irrtümlich für den Gefchäftsherrn gehalten hat, jondern derjenige, Der e8 mwirk 100 tft (M. 11, 865 ff, B. IL, 739, Urt. d. Steichsger. von 21. November 1907 ®ruchot, Beitr. Bd. 52 S. 997 ff; vol. Dernburg, Land. Bd. 2 8 122 Anm. IL, 12, TWindicheib-Cipp, Band. Bd. 2 S. 927 Anm. 9; ebenfo 406. Fi. 1 Dit. 13 8261, Jüchl. GB. S 1349). Der Grundlab des S 686 iit insbefondere für die Ubwendung des $ 685 Jon Bedeutung; wenn aljo der Gefchäftsführer auch nicht die Wbficht hatte, von dem ver- Heintlidhen Geldhäftsherrn Erjaß zu verlangen, fo kannt {ich doch der mirkliche ReiäftSherr Bierauf nicht berufen (Neumann Note 1, Sifcher-Genle Note 1, NOR.-Komm. em. 1, Bland Bem. zu $ 686). X 3, Die Beftimmungen über die Gefchäftsführung ohne Auftrag finden auch dann Anwendung, wenn der Gejchäftsführer irrtümlich annahır, daß er zur Ge[chäftsbeforgung Jerechtigt jei (Dal. Urt, D. Hteichsger. vom 21. November 1907 Gruchot, Beitr. Bd, 52 S, 1002). Daher bemißt fich auch der Grad feiner Haftung in folden Fällen nach den für die Gefcbaftsiiührung ohne Auftrag geltenden Grundjägen (1. Borbem. 4), nicht nach dem Rechtsgefchätte, das der Gefchäftsfiührer irrtümlich als vorliegend angenommen hat MM, 11, 866; ebenfo land Bem. 2, c zu S 677; and. Anf. Windiheid-Cipp, Land. Bd. 2 S. 925, Neumann Note 1, 3 zu S 677; {. auch Dertmann Borbem. 5, € und Urt, d. DLO. Stettin vom 30. Juni 1903 Ripr. d. OLG. Bd. 8 S, 77 f.). Sat dagegen der Geichäfts- Ührer irrtümlicherweife angenommen, dem Sefchäftsherrn gegenüber zur Gethäftsführung derpflichtet zu fein, Jo {ind die SS 677 ff. unanmwendbar MOR Komm. Bem. 2). ; Ueber die Bejorgung vormundjhaftlidher Gefdäfte durch den beftellten Bormund hei Nichtigkeit der Beitellung 1. Bd. IV VBem. 1, a zu 8 1780. . 3. Dagegen finden die Vorfchriften über die Gejheftsführung ohne Auftrag Feine Anwendung, wenn der Gefchäftsführer daS von ihm beforate, in Wahrheit fremde Sefchäft irrtümlich für fein eigenes gehalten hat (S 687 At. 1). ‚4. Ueber Gefchäftsführung für eine unbekannte, unbeftimmte oder noch lit eriftierende Berjon f. Bem. 2, b, ß zu 8 677. 8 687.7) Die Borfchriften der 88 677 biz 686 finden keine Anwendung, wenn Jemand ein fremdes Gejchäft in der Meinung bejorgt, daß e8 fein eigenes jet. Behandelt Jemand ein fremdes SGejchäft als jein eigene8, obwohl er weiß, daß er nicht dazu berechtigt ijt, fo kann der Sejchäft8herr die fich aus den SS 677, 678, 681, 682 ergebenden Anfprüche geltend machen. Macht er fie geltend, fo ift er dem Gejhäftsführer nad $ 684 Sag 1 verpflichtet. @, I, 761; II, 618; HL, 674. . *) Wal. die in Note * zur Vorbem. erwähnte Difl. von P. Krumm fjowie die ebenda ?r wähnte Schrift von W. ShHwabe S. 19 ff., ferner I. Schulz, Suflem der Rechte auf den Einariffserwerb, Archiv f. d. ztvilift. Prayiz Bd. 105 S. 463 ff.