1414 VII YbjOnitt: Einzelne SdhuldverhHältniffe. 8 770.*) Der Bürge kann die Befriedigung des Gläubiger3 verweigern, folange dem Hauptjchuldner das Kecht zufteht, daS feiner Verbindlichkeit zu Grunde liegende Rechtsgefchäft anzufechten. Die gleiche BefugniB hat der Bürge, folange fih der Gläubiger durch Aufrechnung gegen eine fällige Forderung des Hauptjchuldners befriedigen kann. &. IL, 710: III, 754. 1. NachH ES. I Tollte der Bürge weder berechtigt fein, Anfechtung und Aufrecdhnun an Stelle des Hauptjhuldner8 zu erklären, noch ih auf die Unfechtbarkeit oder Yun vehnungSmöglichfeit vor Abgabe der entfcheidenden Erklärung feiten8 des Schuldners zu berufen (Me. 11, 663, 106 ff, Z®. IN, 264 ff., VI, 492, 294; Jacubezky, Bem. S. 150). Von der 1. Komm. wmurde der nunmehrige 8 770 beigefügt. Der Bürge kann hienadh, gleidhviel, vb ihm die Einrebe ber Boraus- flagezuiteht oder nicht (88 771—773; %. 1, 471), die Befriedigung des Släubigers$ vermeigern, , a) wenn und infolange der Gaupt{chuldner berechtigt ift, das feiner Verbindlich: Feit zugrunde liegende Rechtögelhäft anzufecdhten (88 119 FM. ; R. IL, 465 ff); oval. Bd. I S, 490 Bem. 5 zu 8 142. x) Das dem Hauptfhuldner zuftehende Anfechtungsrecht jelb{t auszıu= üben, ilt der Bürge nicht berechtigt. Das Recht, die Befriedigung des GOläubigers zu verweigern, fteht den: Bürgen nicht mehr zu, wenn das Anfechtungsrecht des Seuptihuldners durch Srijtablauf (SS 121, 124) vder Beftätigung (8 144) er= fofdhen ift (vgl. Urt. d. Keichsger. vom 28. September 1907 NOGE. Bd. 66 S. 333). Dat der Hauptihuldner die Anfechtung erklärt, Io ift der Bürge Jerechtigt; die Nichtigkeit ($ 142) der Verbindlichkeit des Hauptfchuldnersz geltend zu machen (Bem. 1, a zu S 768). . Daß dem Bürgen daZ Kecht zuitebt, die AUnfedhtbarkeit des Bürgidhaftsvbertrag$ geltend zu machen, ift felb{tverftändlich DBem. 1, c zu S 768). Stellt jih der Nofchluß des die Verbindlichkeit des Hauptichuldners begründenden RechtSgefhäft8 als eine unerlaubte Handlung des läubigers dar, fo fteht dem Hauptfchuldner nicht nur die Anfechtungs- befugni$ (f. S$ 123), fondern auch eine Einrede gegenüber dem Anturuche des Gläubiger nach Maßgabe des S 853 zu. Zur Geltendmachung diefer Einrede ift gemäß S 768 Aof. 1 Saß 1. auch der Bürge berechtigt Dernburg $ 287, IV, Crome S, 878, Pland Bent. 4, RÖN.-Komm. Bem. 2, Goldmann-Lilienthal S. 815 Ann. 9, Kohler S. 418 Anm. 1). b) Das Recht, die Befriedigung des Gläubigers zu verweigern, feht dem Bürgen jerner_ zu, wenn und infolange ber Oläubiger durhH Aufredhnwung (SS 387 #5 gegen eine fällige Forderung des GauptichuldnersS fich befriedigen fann (%. IT, 470 ff.; vgl. Dernburg, Band. Bd. 2 879 Anm. 5, Windfcheid- Ripp, Band. Bd. 2 S. 477. Biff. 1, f, S, 1088 ff, BLNR. IL IV cap. 10 310 Bif. 4). Ueber die Bedeutung der Vorfchrift, daß die Forderung des Dauptfhuldners Fällig fein Hub, und ihre Ausdehnbarkeit auf analoge alle N S. 816 Anm. 17; vol. audh Schulz a. a. D. SS, 9270 X *) Vgl. Sievers, Bürgihaft und Aufrehnung, Recht 1903 S. 249 ff.; Conrades, Bürgichaft und AWufredhnung, ebenda S. 308; Nifjen, RNechtsftelung de3 Kanfpreisbürgen dei mit Gewährsmängeln behafteter Kaufjache, Jur. Wichr. 1902 S. 460 fj.; GStte, Zwei Streitfragen über die Aufrechnung im BSGB., Arch. f. bürgerl. KR. Bd. 17 S. 164 ff.; Kohler, Die ANufrednung nad dem BGB., ZtjhHr. f. d. HZivilprozeß Bd. 24 S. 1 ff, inSbejondere S. 11 {f.; Lipbmann, Rüchwvirkung und Recht3gefhäft der Aufrehnungs- erflärung, Jherings Yahrb. Bd. 43 S. 435 ff., inSbefjondere S. 546 ff.; Shulz, Das GeiftungSberweigerungSrtedht des Bürgen auf Grund der Nufredhnungslage des Gläubiger8, Sruchot, Beitr. Bd. 50 S, 269 f.; Mantey, Zur Anwendung des S 770 Abj. 2 BGB, :benda S, 542 fl.; £. Frieden83burg, Die Wirkung der Aufrehnungslage und des Auf- sednungSbollzugeS auf die vechtlidhe Stellung des Bürgen nach dem deut/dhen BSGB., Breslauer XYnaua=Dijff., Breslau 19038.