‘720 VIL Ybjdhnitt: Einzelne Schufdverhältniffe. Wut der „eher na ln der Bürgichaft zur Entjtehung gelangt ift, begründet keinen nterfchied. Befteht jedoch das Pfand- oder Zurüdbehaltungsrecht audH zuguniften einer anderen als der durch Bürgichaft TE AN EELUNG {fo gilt die8 nur, menn beide Forderungen durch den Wert der Sache gedeckt werden. Sit diefe Borausjekung nicht gegeben, ]o kann der Gläubiger von dem Bürgen auf die vorherige Geltendmachung feines Pfand: oder Zurückbebaltungsrecht® nicht verwiefen werden CL. VI, 197; f. auch & 773 Mb). 2; vol. BBRO. S 777 Saß 2). | , Neber die Verpflichtung des durch Prand und Bürgfchaft geficherten Gläubiger8, jür Erhaltung der Biandjadhen Sorge zu tragen, |. Urt. d. RNeichsger. vom 12. Oftober 1905 HJur. Wichr. 1905 S. 720 f und vom 25, April 1907 Htecht 1907 S. 698. Die Borfchriften des Abf. 2 gelten nur für den Fall, daß das Wiand= oder Burücbehaltungsrecht an einer beweglichen Sache (f. oben Bem. 1) befteht; als Pfand- cecht an beweglichen Sachen gilt aud das Bfandrecht an indofjablen Vapieren und Inhaber= vapieren (85 1292, 12938). 3. Beweislaft. Macht der Bürge die Einrede der Vorausklage geltend, fo hat der Gläubiger nachzuweifen, daß er den Borfhriften des 8 772 DR 1 N PD geleiftet hat (vgl. Bem. 3 zu S 771). Daß dem Gläubiger ein Pfand: oder Zurückbehaltungsrecht zuftehe (S 772 ot. 2 Saß 1) hat der Blirge darzutun. Der Beweis, daß er auch aus diefem Rechte vergeblidh Befriedigung verfucht habe, obliegt dem Gläubiger, mährend der Nachweis, daß durch den Wert der Sache heide Forderungen gededt werden (S 772 Aof. 2 Saß 2) von dem Bürgen zu erbringen ift. s Br Ueber den Wegfall der Sinrede der Borausklage |. 8 773 und Bem. 4 a1 . 8 778. Die Einrede der Voraustlage ijt ausgefchloffen : wenn der Bürge auf die Cinrede verzichtet, insbefondere wenn er {id als Selbftihuldner verblirgt hat; wenn die Rechtsverfolgung gegen den Hauptjhwldner in Folge einer nach der Uebernahme der BlürgjeHaft eingetretenen Nenderung des WohHnfikes, der gewerblichen NMiederlajfung oder des Aufenthaltsorts des Hauptichuldurers wejentlich erjchwert i{t; 3. wenn über das Vermögen des Haupt{huldners der Konkurs eröffnet ift;*) 4. wenn anzunehmen ift, daß die Zwangsvollftredung in das Bermögen des Hauptjhuldner8 nicht zur Befriedigung des Gläubigers führen wird, In den Fällen der Nr. 3, 4 ift die Einrede infoweit zuläffig, al8 ih der Sfäubiger aus einer beweglidhen Sache des Hauptfdhuldner8 befriedigen fan, an der er ein Pfandrecht oder ein Zurücbehaltungsrecht Hat; die Vorfchrift des SS 772 M6f. 2 Sag 2 findet Anwendung. € I, 6753; 1, 712; IL, 757, 1. Die Einrede der Borausfklage fteht dem Bürgen nach 8 773 nicht zu: a) wenn er auf fie verzichtet hat. «) Der Verzicht feßt einen Bertrag voraus (vol. 88 151, 305); er kann fotwohl bei als nad Nebernahme der Büraichatt erfolgen; er fann yerner fowohl au3drücklich al3Z auch HE bOt TOR MER erflärt merden (Urt. d. OLG. Karlsruhe vom 5. Oktober 1906 Kipr. d. VL. Bd. 14 S, 32) und ift insbefondere anzunehmen, wenn der Bürge jofortige Veiftung zur Zeit der Fälligkeit verfprohen oder {ich al8 ‚Selbitihuldner“ oder in einer Ähnlichen Form (3. B. alS „Selbit- jabhler“, „famtverbindlich“, „fokidarifch“, vol. €. I 8 675 Nr. 1, B. I, 477) verbirgt et (8. IT, 670; vol. Dernburg, Band. Bd. 2 S 79 Anm. 15, Windfheid-Ripp, Vand. Bd. 2 S. 1095 Anm. 7, RLR. N. I A A Val. Bendir, Zur Auslegung des8 8 773 Nr, 3 BGB., Bayr. 8. f. RM. 1905 S, 126.