18, Titel: Bürgihaft. $ 778. 1435 er Beauftragte zur Xreditgewährung A ermächtigt, nidht aber verpflichtet {9 fo beftimmt {ih das RechtsSverhältnis zwifjdhen den Be- teiligten vor der erfolgten Kreditgewährung nach dem im Wege der Aus- {egung zu ermittelnden Willen der Parteien (vgl. Endemann I S 190 Unm. 13, YabeS a. ao. O., Planck Bem. 5); ein Areditauftrag im Sinne des S 778 ;tebt folhenfall® nicht in Frage, ebenfowenig aber auch eine Bürgfchaft; daher ift auch auf einen foldden Vertrag S 766 nicht anwendbar (ebenfo Plan Bem, 5); häufig wird das VBorliegen eines Sarantievertrags (f. Borcbem. 6, b vor S 765) anzunehmen fein (val. DYDertmann Bem. 2, a, 8). 8. m der Beauftragte dem Auftrag entfvredhend dem Dritten Kredit gewährt, jo Haftet für die Hieraus entftehende Herbindlichteit des Dritten der Auftrags geber dem Beauftragten „al3 Bürge“. , a) Die Verpflidhtungen des Auftraggebers bemeffen fich demgemäß nicht nah S 670, jondern nach SS 765 ff, wobei dem Beauftragten die rechtliche Em des Släubiger8, dem Dritten diejenige des Hauptfchulduers yfommt. Da der Auftraggeber gemäß S 778 „als Bürge”, alfo nicht im weiteren Um- ‘ange wie ein Bürge haftet, mülfen ihın auch die einem joldhen zuftehenden Rechte zugefprochen werden. =) Daher Hat der Auftraggeber die Einrede der BVorausklage, nach 88 771—773 dem Bürgen zufteht (f. auch unten Bem, 6). Soweit der Auftraggeber den Beauftragten befriedigt, geht deffen Sorderung gem den Dritten nah Maßgabe des S 774 auf ihn über (ebenjo Bendix a. a. DO. S. 168, Pland Bem., 6, ROR-Komm. Sem. 3, Crome 8 299 Anm. 25, Dernburg 8 291, II, b, EcciuS a. a. DV. 5. 64, Rind a. a. OD. S. 49 und wohl auch DYertniann Bem. 2, b; md. Anf. Cofjad I S 159, 1, Siller S. 35 ff, Germ8 S. 71). 3775 i{t anwendbar, wenn die Vorausfeßungen diefer Vorfchrift m Berbältnifje zwifdhen dem Auftraggeber und dem Hauptfdhuldner ‚orliegen (RORN-Komm. Bem. 3; and. Un], Cofack 1 S 159, I, Siller 3, 38ff., Rind a. a. OD. S. 49, Fiiher-Senle Note 4). Hat der Kreditauftraggeber feine Haftung auf beftimmte Zeit defhränfkt, fo findet nicht S 777, jondern die in Bem. 3 zu $& 777 entwickelten Grundtäge Anwendung Cebenfjo Pland Bem. 6). +, Sit eine Verbindlichkeit des Dritten nidht zur Entitehung gelangt 3. 3. meil das zwifchen dem Beauftragten und dem Dritten über die Kreditgewährung abge- ihlollene Rechtägefchäft nichtig it), fo haftet der Auftraggeber dem DEE nicht a8 Bürge, {ondern nach Inhalt des zwijchen beiden Heftehenden Kechtsverhältnifies (|. oben Bem. 2), alfo beim Borliegen eines eigentlichen AYuftragsvertrags nad S 670 (val. Bland Bem. 7, DVertmann Bent. 2, c, Neumann Note 4, Endemann I 8 190 Ann. 12, Schollmeyer S. 170, Crome S. 893, Dernburg S 291 Anm. 3, Unger in Iherings Jahrb. Bd. 33 S. 305, Weidemann a. a. OD. S. 457, Bendir a. 0. DO. S. 165). 5 Die Vorfchrift des 8 778 ift dispofitiver Natur; eS kann daher durch aus- drückliche oder ftillfhweigende) Vereinbarung der Barteien eine abweichende Kegelung getroffen werden. N 6. Sit der Areditauftrag für den Auftraggeber ein HandelsSgefchäft, {o tebt diefem die Einrede der Borausklage nicht zu, e8 jet denn, daß er Handwerker ft oder zu den Verfonen gehört, deren Gewerbebetrieb nicht über den Umfang des Kleingewerbes Jinausgeht (GGB. SS 349 Sab 2, 351, 4). , 7. Verfchieden von dem Kreditauftrag it die Wfreditierung (Kreditbrief); fie it ine Art der Anweifung und zwar der HE zur Bahlung, nicht zur Kreditierung ‘Urt. d. Neichsger, vom 22. September 1906 RKOE, Bd. 64 S, 109); e8 foll hiebei nicht zine Forderung des Erfuchten gegen den Akfkreditierten erwachfen, fondern eine Leilkıng an diefen für Nechnung des Erjuchenden erfolgen ON EN 8GB. 1. Aufl. Bd. 2 S. 280, Staub a. a. DO. Ann. 58; vol. RYHSG. Bd. 3 S. 13 M., NOS. Bd. 34 3, 35 f.; 1. au Jädel S. 17 ff., Förfter S. 162 ff. und Vorbem. VII, b vor S 782). „Wer einen A@reditbrief honoriert, erwirbt durch die Auszahlungen kein ED END gegen den Inhaber des Briefes. Der Afkrveditierte erhält Keinen Kredit, fondern Zahlung. Die Hechtsfolgen auS der Honorierung betreffen das Verhältuis zwilchen Anmweifendem und Ängewiefenem; foweit danach der zahlende Angewiefene erfaßberechtigt ift, haftet der Anweifende al Hauptfchuldner, nicht als Bürge“ (Io das erwähnte Urt. d. NeichSger. vom 22. September 1906). . 8. Neber die Kreditanweiflung |. Bem. I, 2, a zu S 783. nn