19, Titel: Bergleih. S 779. 1441 ergangenen Entfcheidung von Umt3 wegen beachten darf und kann, fondern zur auf Anruf der Parteien. ES muß Johin auch gegenüber einem rechtS= ;räftigen Urteil ein Vergleich, wenn anderS feine ÜBEN Vorauss jeBungen vorliegen, al8 zuläjfig erfdheinen. Bal. hiezu Schwarg, Abfolute Rechtskraft und heutige3 deutidhes Recht in der „Zeftgabe für Prof, Dern- yurg“ 1900. Ueber die Wirkung eines Vergleichs gegenüber einem cedhtSfiräftigen Urteil im einzelnen f. unten Bem. B, IH, 2 und auch A, VI, g, (3 feloftverftändlidh gilt, daß Vergleiche über Uniprüde auS unerlaubten Sandlungen allgemein zuläffig find MR. I, 652. Chenfo müfien Vergleiche, weldhe zur Wbmwendung eines Straf» ıntragsS im Sinne des St@B. gefchlofen wurden, im allgemeinen al8 itatthaft erfcheinen, Joweit nicht etwa hierin im Einzelfall ein unfittlidhes oder gefeßlidh verbotenes NMechtsgefchäft zu erbliden ft (f. BOB. SS 134, 138, 309 und val. Entich. d. OLG, Marienwerder in Seuff. Arch. Bd. 58 3. 179, fowie ROHOHOG. Bd. 23 S, 226, aber auH ROT. Bd. 33 S. 337 und Sellner in Sl. f. MU. Bd. 69 S. 34 und 35). Wird der Strafantrag troßdem geftellt, fo Kann im Rahmen des Strafverfahrens ein derartiger Ver- aleich freilich nicht zur StrafausfchlieBung entgegenhalten werden. AYUnders ıber liegt die Sache, wenn der Verzicht auf den Antrag oder dejfen Zurüc- 1ahme vor der zuftändigen Behörde erfolgte. Bal. u Entfch. Dd. bayr. Yberit. Ger.G. in Strafjadhen Bd. 4 S. 161 ff, RKOC. ©. 42 S. 60 und RD Arch. Bd. 55 Mr. 9 die Mot. find über diefe Frage nicht Har gefaßt). Die Parteien Können aber im allgemeinen fi nur über foldhe RNecht8ver- Hältnijje vergleichen, welche auch tatjächlih ihrer BerfügungsSgewalt unterliegen. € find der Verfügung durch Vergleich insbefondere diejenigen KechtSfähe ENDEN die zwingendes Recht enthalten val. M. I, 17, Windfcheid-Kipp I S$ 30, DVernburg I S 31, Bl. f. RA. Bd. 66 S. 1 ff); gl. 3. 3. au S$ 312, 1. ferner Gruchot, Beitr. Bd. 50 S, 391 Anfprüche 3uß einem wechfelfeitigen Teftamente nach dem Tode des Erftverftorbenen). Hier Können ferner auch Hinderungsgründe aus dem Sffentlidhen Nedte ein]chlagen. Hinzuweifen ift ferner Darauf, daß auch beftimmte fFamilien- rechtliche Verhältnijje der Privatdispolition als entzogen gelten müfjen vol. Bd. IV S.2 Einl, Ziff. 3, b), wie ih auZ den Vorfchriften des IV. Buches im einzelnen ergibt (Sireitigfeiten über die vbermögensrechtlidhen Wirkungen 5e8 der privaten Berfügung entrückten RechtSverhältnijfes find dagegen dem Bergleiche zugänglich; val. RKON.-Komm. Bem. 3, a). Cbhenfowenig kann ein unjittlidger Vertrag durch einen Vergleich rechtSgültig gemacht werden. Wegen des Vergleichs über Spiel und Wett{hHulden |. Bem. IM, ı,f3zu S 762; wegen eines BVergleichS über Differenzgeidhäfte im jefonderen vgl. NGES. in Oruchot, Beitr. Bd. 47 S. 932 ff. und in Zur. Wfchr. 1903 Beil. S. 45 und 46, fowie Düringer-Ogfhenburg (1. Aufl.) Bd. 2 S. 359 ff, 367 Nr. 2. Hinfichtlich eines Bergleichs über ein fonft Kaglofe? Gefchäft val. überhaupt NOS. Bd. 49 S. 192 und ferner NOGE. Recht 1906 S. 1375 ‚ein Vergleich, der den Streit über die Klngbarfeit eines Vertrags erledigen [ol ift nicht deshalb unmirffam, weil das Sefchäft in Wahrheit nicht Hag- bar und die Partei, die diefe Anficht vertrat, im Rechte war). Vergleiche, die Verpflichtungen zu unmöglihen Leiftungen enthalten, find nach S 306 BGB. nichtig. V, Form de3 Vergleichs. 4. Im früheren Rechte war der Vergleich meiltenZ an eine beftimmte Form, ‚nSbefondere die Schriftform, gebunden. So ftand nah BER. der Vergleich in Unfehung der Zurm unter der allgemeinen Kegel des PL. a. a. &. S 407. Cbhenfo war im code zivil die Schriftform allgemein feltgefeßt. Nad bayrikchent MNechte (val. bayr. Ger.D. XVII 81 Nr, 4—8, 11—14 und AG. 3. ZPO. und RD. Art. 86) war entweder Schrift- ;ichfeit oder fofortige, menigiten8 teilmeife Erfüllung notwendig. . 2. Nah dem BGB. gefchieht der Nbjhluß des VergleihZ an ich regelmäßig jorm108. GSelbit wenn ein (abitrafte8) Schuldverfpredhen oder ein Schuldaner- fenntni3 im Wege des Vergleichs erzielt wird, bedarf e8 Hier der fonft notwendigen SOriftform nicht (S 782). Bal. Dhiezu auch ROSE. in Jur. Wichr. 1903 Beil. S. 100, Bentral-Bl, Bd. 4 S. 332, RÖOE. in Bayr. 3. f. N. Bd. 2 S. 441. Staudinger, BGB. IIb (Schuldverhältniffe, Aober: Yeraletdh), 5.76. Aufl. f)