L572 VIL Abfdhnitt: Einzelne Schuldverhältniffe, Sit die Herausgabe wegen der Bejchaffenheit des Erlangten nicht möglich oder ift der Empfänger aus einem anderen Grunde zur Herausgabe außer Stande, fo hat er den Werth zu erjegen. Die Verpflichtung zur Herausgabe oder zum Erjabe des Werthes ft aus gelchlofjen, Joweit der Empfänger nicht mehr bereichert it. Bon dem Eintritte der Rechtzhängigkeit an Haftet der Empfänger nach den allgemeinen Borfchriften, &. 1, 789, 740, 744, 745 261. 2, 748 26f, 33; 11 742; II, 802. Li Inhalt des Bereidderungsanfpruchs, Der wegen ungerechtfertigter Bes reidherung gewährte AUnfpruch geht auf Herausgabe (SS 812 Abf. 1 Sah 1, 816 Abf. 1 Saß 1, Aot. 2, 817 Saß 1). Nach dem, was der Bereicherte erlangt hat, beftimmt fich, in welGer Weije er diejem Anfpruche zu genügen hat. Sind Sachen zu Cigentum übertragen worden, fo kann Rückübertragung des Eigentums (SS 873, 925, 929 ff.) ge“ Jordert werden; i{t der Befibß übertragen worden ({. Borbem. 5), fo i{t der Beliß wieder einzuräumen (vgl. auch Neuberker in Bayr, Z. f. NR. 1905 S, 166). Sind Rechte an einer Sache beitellt oder aufgehoben morden, {jo hat der Empfänger die zur Wieder- aufbebung oder Wiederherftellung diefer Rechte erforderlichen Handlungen vorzunehmen (vol. 36. VI, 523. Urt. d. Meichsger. vom 10. November 1902 Jur. Wichr. 1903 Beil. S. 8 ff, Urt, d. OLG. Bofen vom 30. September 1904 echt 1905 S. 44). Sit eine Verbindlichkeit eingegangen morden, fo hat der Empfänger den Schuldner zu befreien (val. Bem. 1 zu S 821). Eine erlaffene Verbindlichkeit ft wiederberzuftellen, eine abgetretene Forderung ift zurüczuübertragen. . , , Sit ein Orundftück mit Zuftimmung des Cigentümer3 von einer Gemeinde zu einem öffentlichen Wege verwendet morden, jo it die Gemeinde um Die EntichädigungsSfumme bereichert, die fie im EnteignungsSverfahren dem Eigentümer zur bezahlen gehabt hätte (Urt. d. Meichsger. vom 11. Yanuar 1907 Recht 1907 S. 308). Hat der Empfänger mehr erlangt als der Benachteiligte gehabt hat (3. B. er ift al gutgläubiger Erwerber Eigentlimer geworden, während der andere nur Bejiger war) fo erbält der leßtere durch die Herausgabe unter Umftänden (%. B. in dem erwähnten a a Nebertragung des Eigentum®) mehr, al8 er vorher gehabt hat (vgl. Yland em. 1). Die Pflicht zur Gerausgabe des auf Grund eine3 nichtigen Vertrags Geleifteten befhränkt ih audh bei Gefamt{huldnern auf das von jedem einzelnen Schuldner tatfächliH Erhaltene (Urt. d. RNeichsger. vom 5. April 1909 Iur. Wiche. 1909 S. 274 ff.; and. An]. Urt. d, OLG. Braunfchweig vom 16. Juni 1908 Kecht 1808 Yr. 2664; für den Fall der Anfechtbarkeit des Vertrags f. Urt. d. Meichäger. vom 19. Dezember 1907 NOS. Bd. 67 S. 260 {f.). 2, Mit dem erlangten Gegenitande oder au Stelle desfelben hat der Empfänger berauszugeben: =) Die au8 dem erlangten Gegenftande gezogenen Nußungen (S 100, PR. HI, 709 #f.; anders €. I, 740 Mof. 2; 1. M. IL, 839, Urt. d. Neichager. vom 28. Yanıuar 1903 RGOES. Bd. 53 S. 371 und vom 29. November 1909 Recht 1910 Y%r. 59; vgl. Dernburg, Band. Bd. 2 S 241 Unm. 29, 30, WindlhHeid- R@ipp, Band. Bd. 2 S. 887 Anın. 2, Seuff. Arch. Bd. 47 Nr. 111, RNGE. Bo. 9 S. 174 ff). Das gleiche gilt für NubBungen, die aus einem an Stelle des Erlangten getretenen Gegenitande gewonnen find (Urt. d. OLG, Braun: IOweig vom 8. Dktober 1907 Rıpr. d. DLG. Bor. 18 S. 53 H.); für nicht ge: gezogene Nußungen haftet der gutgläubige Empfänger nicht (vgl. binfichtlich der Verzinjungspflicht des Fiskus für zurüczuzahlende Stempelbeträge Urt. d. Reichsger. vom 17. Februar 1903 und von 29. Oftober 1909, NOS. Bd. 54 S, 27, Bd. 72 S, 151 f.); was der Empfänger auf Grund eine8 erlangten Redhtes G. DB. durch Einziehung der erlangten Forderung) erwirbt; , wa8 der Empfänger al8 Erfaßg für die Zerftörung, Belhädigung oder ESntziebhung de8 erlangten GegenjtandeS (3. B. al3 Berlicherungs: fumme oder als Entfhädigung bet Enteignung des erlangten Orundftücs) erwirbt („Surrogationsgrundfaß“; val. S 281 und YBem. hiezu). . Gat der Empfänger durch RechtSgefhäft für den erlangten Gegenftand einen anderen Gegenftand erworben (3. B. mit dem erhaltenen Gelde ein HauZ gekauft), fo if wicht der bırrch das Necht8gefchäft erworbene (lucrum ex negotiatione), fondern der ur“ Iprünalich erlanate Gegenitand oder, wenn dies unmöalich Ht (f. unten Bem. 4), deffen