VII AbfOnitt; Einzelne Schuldverhältniffe, C22 Mißbrauch eines AbhHängigkeitsverhältniffes8 liegt vor, wenn die SGeftattung der Beiwohnung erreicht wird durch Ausnugung der auf wirtfchaftlidhen oder anderen Örlnden beruhenden Macht» itellung des Mannes vgl. bayr. Oberft. LS, Bd. 12 S. 309 ff.) Beifpiele bieten das Verhaltnis des DienitmädchenS zum Dienftherın, der Zabrikarbeiterin zum Direktor oder Werkfführer, der Yadnerin zum Aoteilungschef eine8 Kaufhaufes, der Schuldnerin zu dem mit gericht“ licdhem Borgehen drohenden Gläubiger (Liszt S. 40, Kuhlenbeck Hote 4, zweifelnd Hadenburg S. 122), das Verhältnis einer Zrauensperfon zu Dem Manne, von dem He fhenkungsweife fortlaufende Unter- Hüßungen erbält (Liszt S. 40, Silher-Genle Note 4, SGoldmann- Qilienthat S. 894 Anm. 69, Kober in BI. f. RA. Bd. 64 S. 224), ferner das Verhältnis des Mündels zum Bormund Dertmann Bem, 1, a) Jowie vbermwandtfhaftliche Beziehungen (Verhältnis der Stieftochter zum Stiefvater u. dal). Wuch in den Beziehungen einer ZrauenSperfon zu ihrem Yrzte, Kechtsbeiftande, Lehrer vder Geiitlichen kann unter Umfitänden ein Abhängigfeitsverhältuis im Sinne des $ 825 erblickt merden (val. Crome 8 327 Unm. 33, DVertmann Bem. 1, a, y, Pland Bem. 2, b, 7, ROR-Komm. Bem, 5, Scholmeyer S. 224 Anm. 3, ynder S. 26 ff). Selbit das Abhängigkeitsverhältnis anderer Ber- lornen (3. B, des Vater der Frauensperfon) kann in Betracht Kommen, wenn biedurch die freie Willenshetätigung der Frauensperfon felbft beeinträchtigt wird (fo mit Recht Kohler ©, 520). _.. Nicht genügend it aber das bloße Beftehen eineS derartigen Adhängigkeitsverhältniffes; erforderlich ijt vielmehr, daß die Geftattung der Beivohnung erfirebt und erreicht wurde „unter Mißbrauch“, 5. h. unter ausdrüclicher oder ftillichweigender Bezugnahme auf Ddiefes Verhältnis, alfo 3. S. durch Abbhängigmachung einer Lohnerhöhung von der Vreisgabe. val. Urt. d. DLG. Hamburg vom 6. Juli 1901 NKipr. d. DLG, Bd. 3 S. 210 ff, Urt, d. DL®, Karlsruhe vom 13. März 1902 und vom 17. Februar 1904, Recht 1902 S. 482, 1904 S. 503). e) Die Beftimmung zur Geftattung der außerehelidhen Beiwohnung muß, wie aus den vom Gefeb erwähnten Mitteln hervorgeht, vorjäßlich erfolgt jein (Filher-Genle Note 5, Weyl, Verfhuldensbegriffe S. 377 Anm. 5). Daß der der Zrauensperfon ermachlende Schaden beabfichtigt oder auch nur vor- ausfehbar gemefen wäre, ift zur Anwendbarkeit des & 825 nicht erforderlich (Windfheid-Ripp, Land. Bd. 2 S. 951 FF, Träger, Aaufalbegriff S. 214, Dertmann Bem. 2, BPland Bem. 2, c, Fiidher-Henle Note 7), ebenfowenig, daß Jih der Täter der durch fein Vorgehen herbeigeführten Beeinträchtigung der freien WillenZheftimmung der FrauenSperfon bewußt gewefen fei (and. Anf. Urt. d. DLSG. Karlsruhe vom 17. Februar 1904 Recht 1904 S. 513). Der Schaden muß durch die Geftattung der außerehelidhen Sun ent» ftanden fein (Erjordernis des Kaujalzufammenhang8; vgl. Bem, II, D und 1, D zu 8 823), fo 3. B. VBerluft der Stellung infolge der durch die Beimohnung bewirkten Schhwangerfchaft (vgl. auch Urt, d. Neichsger. vom 19. Mai 1909 Sur. Wichr. 1909 S. 415 HM. Über die Unanwendbharkeit des 8 1717). _ 4, YNeber die Erfabpfliht unzurednungsfähiger, jugendlider und tanbitummer Berjonen |. SS 827—829 und Bem. hiezu. 5. Inhalt und Uınfang der Schndenserfagpflicht. Da Naturalreititution (8 249) in den Zällen des $ 825 jelbftverftändlih ausgefchloffen ift, hat der Srjaßpflichtige die Frauensperfon in Geld zu ent{chäbigen ($ 251) und zwar in erfter Linie für den ihr zugegangenen SA (Roften der Entbindung bei eingetretener Schwangerfchaft, Yufvendungen für Arzt und Apotheke bei Infektion, Verlult einer Stellung u. dal); Hinfichtlih des UmfangsS der Erfaßpflicht f. auch S 842 und Bem. 2 hHiezu. Nach 5 847 Ab}. 2 kannt die FrauenSperfon (abweichend von dem @rundiake des 8 253) auch wegen de8 ihr erwachfenen immateriellen SoOaden8 eine billige Ent- Ihäbdigung in Geld verlangen; im Gegenfabe zu dem AUnfpruch auf Erfaß des Vermögens- Ihadens iit diefer Anfpruch grundfäßlich unübertragbar, unbvererblih und unpfändbar (S& 847 Abi. 1 Sa 2; 1. Bem. 5 zu S 847). Die Vergütung für den immateriellen Schaden nach & 847 und den Vermögensfchaden nach ES 249 ff., 842 kann ohne befondere AD, a! a Sefamtfumme erfolgen. (Urt. d. Keidhsager. vom 5. April 1906 ‚he . 6201 „\