"66 VII Abihnitt: Einzelne SchuldverhHältniffe, Bon diefem S®rundfaße macht Sag 2 eine Ausnahme hinfihtlich Jolden Schadens, der durch gemwijfe Haustiere verurjacht it. gr Schaden nämlich, der durch Haustiere verurlacht wird, die dem Berufe, der Er- merbstätigfeit oder dem Unterhalte des Tierhalters zu dienen beftimmt and, die alfo nicht lediglich um des Vergnügens, fondern um wirtfchaftlicher DT willen gehalten merden („Nubtiere“ im Gegenfaße zu „Surustieren“), aftet der Tierbalter grundf{äßlig nur wegen BVBerfhuldens. Im Änterefie des VBerlebten it aber (mie ir den Jällen der SS 831, 832, 834) die Beweis laft infofern umgekehrt, al8 das GefeH eine Präfumtion für da3 Berfhulden des Tierhalter und für das Vorliegen de8 erforderlidhen Kaufalzufammenhangs aufftellt, die durch Segenheweis entfräftet merden kann al Bem. 1 zu $ 831, Bem. 1 zu $ 832, Ben. 1 3u S 834; |. auch 8 836 und Bem. 1, 4, b und 7 hiezu). Näheres über 8 833 Saß 2 1. unten Bem. 7. t. Borausfiegungen der Schadenserfabpflidht nach $ 833, a) Der Schaden muß durch ein Tier verurfacdht fein. Ob daZ Tier wild, gezühmt oder zahın i{t 4. 8 960 und Bem. hiezu in Bd. 111), kommt (ab= gejehen von der im Sag 2 für Haustiere gemachten Aus= nahme, {. unten unter 8) nicht in Betracht, ebeniowenig, ob e8 als „gefährlich“ oder „bösartig“ im Sinne des 8 367 Ab. 1 Yir. 11 StOB. zu erachten ilt. x) Unanwendbar {ft 8 833 auf den durch Bazillen angerichteten Schaden, zwar nicht deshalb, weil ein willfürlidhes Tun bet ihnen ausgeichlofen wäre (jo Endemann | 5 202 Anm. 11; ähnlich Hausmann in Örucdhot, Beitr. Bd. 49 S. 286 ff. und Jofef ebenda Bd. 53 S, 30 Anm 3) jondern weil Bazillen nach dem gegenwärtigen Stande der Natur- wifjenfhaft überhaupt nicht al8 Tiere, fondern. als Pflanzen zu zracten jind (ebenfo Sitten a. a. D. S. 17 f., Dernburg S 396, 1, Zrande Tierbalterhaftung S. 21, Holfeld S. 33 Anm. 1, Stierle S, 29 ff, im Ergebnis au ROR.-Romm. Bem. 2, a;. and. Anl. Dertmann Bem. 3, a, Matthiaß S. 416 Anın, 3, Scholmeyer S. 237, S$arael in Sur. Widhr. 1902 S. 238 Note 1, unentfchieden Crome & 336 Anm. 5: nach Bland Bem. 2, a foll in jedem Einzelfalle durch Sach- verftändige feitzuftellen fein, ob die in Frage (ebhenden Lebewelen Tiere find oder nicht). Hür den durch gewije Arten von Haustieren verurfachten Schaden greift die mildere Haftung nach Maßgabe des S 833 Sen Yilag; f. unten Bem. 7. Neber den Begriff des HaustierS f. unten Dem. 7, b, «. Die Behauptung vor Yfay (in Iherings IJahrb. Yd. 39 S. 313 ff), daß für Haustiere jhon auf rund des $ 833 Sab 1 eine mildere Haftung wie für gefährliche Tiere Pag greife, entbehrt ee AN Srundlage {io mit Recht Litten, Erfabpfl. dD. iech. S. J. Huch der durhH Bienen ociiate Schaden fällt unter S 833 (val. 86. IL 416, %. II, 648, S. Brigl in Bl. f. RA. Bd. 66 S. 465, Strauß in ©. Yur.3. 1903 S, 367, Pland Bem. 2, a, Crome $S 336 Anm. 6, Achilles Note 2, a, Urt. d. OLG. Karlsruhe vom 9. Juni 1905 echt 1905 S. 529), und zwar unter $ 833 Saß 1, da die Biene nicht als Haustier erachtet werden kann (f. unten Bem. 7, b, ). Neber Wildihaden f{. 8 835; über den durch Wild in Gehegen entftebenden Schaden insbefondere f. Bem. 8 zu S& 835. Die bei der Beratung des 8 833 Sag 2 mehrfach gemachten Berjuche, bet diefer Geleaenbeit eine Wbänderung des S 835 herbeizuführen, blieben ohne Srfolg (vgl. die in Bem. 2 erwähnten Materialien). b) Der Schaden muß durch daS Tier verurfacht worden fein (Erfor» dernis de3z Raujalzufammenhangs), val. Bem. Il, D und IM, D zu S 823 fowie Borbem. IN vor & 249. Diefje Borausfebung ift nicht Ichon dann gegeben, wenn der Schaden ohne das Tier nidht eingetreten wäre, fondern nur, wenn der Schaden durch eine (al8 Ausfluß der tierifchen Natur erfcdheinende) mill- Fürlihe Handlung de3 Tieres herbeigeführt worden ift; {0 (im Gegenfaße A dem Urt. d. OLG, Naumburg vom 7. Juni 1901 Seuff. Arch. Bd. 56 Nr. 223) die ftändige Rehtfpredhung des NeichsSs gericht8 (Urt. vom 6. Sehruar 1902, 20. Februar 1902, 26. Februar 1903, x