35. Titel: Unerlaubte Handlungen. S 839. 1705 Bi 826; f. oben Bem. 3) in Anfpruch genommen wird (Rubhlenbeck pte 6). Die gemäß Abf. 2 Sag 2 beftehende Unterausnahme, wonach das Privileg des Spruchrichter8 auf pflichtwidrige Bermeigerung vdder Derzögerung der AmtzauZübung keine Anwendung finden fol (BP. II, 663, D. 106), ift praftifch bedeutungslos, weil durch ein Urteil unmöglich der Tatbeftand der Verweigerung oder Verzögerung der Amtsauzübung hHergeftellt werden fanın (NMöldeke a. a. OD. S. 822 ff, Schneider a. a. DD. S. 268, Goldmann- Lilienthal S. 911 Anm. 28). Wegfall der Srfagpflicht, a) Gemäß S 839 Nbf. 3 tritt die Erjabpflicht nicht ein, wenn der Verleßte vborjäßlicdh oder fabhriäffig unterlaffen hat, den Schaden durch Gebrauch eine8 Redht8mittels abzuwenden CB. I, 662 ff, D. 106, RKTIE. 109 ff). Db der Beamte felbit vorfäßlih ober fahrläffig ge Handelt. „int, fommt in diefer Beziehung nidht in Betracht (f. dagegen unten unter b). x) Nebır die Beariffe Borfaß und Fahrläffigkeit f. Borbem. II vor 8 275; val. auch Bem. Il, C und IN, C zu 8 823. Zum Ausichluffe der Haftung des Beamten ft eS allo nicht genügend, daß der Vers [eßte überhaupt von Einlegung eines Rechtamittel8 Umgang genommen hat, e& muß vielmehr iele Unterlaffung fih al8 ein Berfihulden des Berleßten daritellen. Ob Ddiefe VBorausiebung gegeben it, kann nur nach Lage des einzelnen Falle8 entfchieden werden. Ein Ver- (hulden des Verlebten wird 3. DB. zu verneinen fein, wenn ein in Unterfuchungshaft befindlidher Ungeklagter gegen das eine Haftitrafe von wenigen Tagen ausjprechende Urteil Berufung nicht einlegt, um eine mehrwöchentlidhe Unterfuchungshaft zu vermeiden (val. auch Ende mann I & 202 Anm. 6). , Dem Berihulden des Verlebten muß U feine8 gefeß- (iden Bertreters gleichgeftellt werden (1. Bd, IV Bem. 1 zu & 1674, Tb. Engelmann in Bl. f. U. Bd. 65 S. 27, Crome $ 329 Ann. 36; val. aud 8 254 Ubi. 2 Sag 2 und Bem. 5 zu S 254). Ob die Begründung des NechtSmittel8 zutreffend war, fommt felbftverftändlidh nicht in Betracht (£. Cohn in Gruchot, Beitr. 1899 S. 399 nm. 54). Der Begriff des „Rehtsmittel8“ ift nicht im ftreng technifchen Sinne der 88 511 ff. ZBO., 338 F. StBO, zu veritehen, umfaßt viel mehr alle Hechtsbehelfe, die auf dem Wege des behördlichen Ynftanzen- 308 eine Befeitigung der .verlegenden Verfügung ermöglichen (and. nf. Goldmann-Lilienthal S. 911 Anm. 29, Schelhorn a. a. O. S. 611; wie bier dagegen Dertmann Bem. 4, ROR.-Komm. DBem. 8, Urt. d. OLG. Rolmar vom 16. Januar 1908 Ripr. d. OLG. Bd. 16 S. 301). Hiezu AO z. B. der Einipruch gegen das Verfäumnis- urteil und den Bollitrekungsbefehl (3RO. SS 338, 700), die Unfechtuwmag8: fHage der SS 664, 957 BB die Wiedereinfeßung in den vorigen Stand (3BO. 88 230 ff, StVO. SS 44 ff) bie Nichtigkeit3= und Reftitutionsklage DOT 88 578 ff.), der Widerjpruch gegen einen Bahlungsbeiehl (3BO. S 694), die Wiederaufnahme eine durch recht8- frärtiges Urteil gefhloffenen Berfahrenz (StBO. SS 399 ff), der Cin- (pruch gegen einen Strafbefehl (StBO. ES 449 {f.), der Antrag auf AU Enticheidung (StPO. 58 454, 460), die Befchwerde im erwaltung8verfahren, die Auffihtsbefchwerde (and. Anf. in diefer Sinficht Urt. d. OLG. Celle vom 19. Februar 1907 Iipr. d. VOLG. Bd. 18 S. 102 ff.), die Befchwerde in der freimilligen Gerichtsbarkeit (@BD. 85 71 ff, ZOG. 88 19 ff.) u. Dol. I , Die Vorichrift des & 839 Abi. 3 gilt fowohl für die allgemeine Haftung aus & 839 Abi. 1, als auch für die gemäß S 839 Abi. 2 befchränkte Da des Spruchrichters (Delius in D. ZJur.3. 1904 S. 530, Fijcher- Si 11, Rubhlenbedk Note 7, X. Cohn in Gruchot, Beitr. 1899 S, . Selbftverftändlich areift der Orundfaß des 3 839 Abi. 3 nur Plaß, wenn der Gebrauch eine8 Rechtsmittel nicht mehr möglich it, da vorher von einer definitiven Schadenszufügung nocht nicht gefvrochen werden fanıt (val. VB. VI, 205). a 7