1710 VIL Abichnitt: Cinzelne Schuldverhältnifie. „4. Verhältnis nad) außen. Sind an einer unerlaubten Handlung mehrere beteiligt, fo haften für den aus biefer Handlung entjtehenden Schaden alle Beteiligten und zwar nicht nur dann, wenn fie als Teilnehmer (Mittäter, Anftifter, Gehilfen) ge- handelt haben, fondern auch, wenn dies nicht der all ft und fich nicht ermitteln 1äkt, wer bon den mehreren Veteiligten den Schaden verurfacht hat (8 830 und Bent Diezu). Semäß S 840 Abf. 1 haften aber nicht nur in den Fällen des 8 830, jondern überall da, wo für den aus einer unerlaubten Handlung erwacdhijenen Schaden mehrere nebeneinander verantwortlich find, die fämtlidhen verant= wortlidhen Berfonen als Gefamt{huldner, alfo nach Maßgabe der 88 421 ff. IM. 1, 737, 738; vgl. Dernburg, Band. Bd. 2 871 Ziff. 2, a, 8 131 Anm. 17, Windicheid- Xipp, Band. Bd. 2 S. 220 Anm. 15, S. 979 Unm. 26, VLR. Il. 1 Fit. 6 88 29 ff., BER, IL IV cap. 16 8 4 Ziff. 5, bayr. AG. 3. CiPO. Art. 30 [aufgehoben durch AG. 3. BGB. Art. 168]; über andere Rechte 1. M. IL, 738 Note 2; f. auch KOC, Bd. 16 S. 147 ff. 8b. 19 S, 385 f., 3b. 23 S, 329 ff,‘ Bd. 33 S. 350 M., bayr. Oberft. LG. Bd. 16 S. 35 ff., Seuff. Arch. Bd. 50 Nr. 249; vgl. Bem. 3, c und 4 zu S 829, Bem. 2, c und 6, a zu S 831, Bem. 11, 3 und VI zu 8 832, Bem. 5, h und 11, a und b zu 8 833, Bem. 7 zu $ 834, Yem. 11 3u S 835, Bem. 3, a, b, c und 9 zu S 836, Bem. 3 zu $ 837, Bem. 3 zu 5 838, Bem. 9 zu $ 839). , AS „unerlaubte Handlung“ im Sinne des 8 840 Ab]. 1 erfcheint au die Vers antmortlichfeit des Cifenbahnunternehmers aus dem Neih3haftpflidhtgefieß:; es haften baber_der Unternehmer und eine neben ihm auf Grund einer unerlaubten Handlung für den Schaden verantwortliche Perfon als Gefamtichuldrner (Urt. d. Reichsger. vom 24. November 1902 und 27. Juni 1904, KOT. Bd. 53 S. 120 f., Wd. 58 S. 336 {IT , fowie vom 20. März 1905 NGE. Yd. 60 S. 300 ff.; diefe8 Leßtere Urteil bejaht auch mit über jeugender Begründung die Anwendbarkeit des 8 32 ZPO. entgegen den früheren Ent- Icheidungen vom 30. HYanızar und 13, Februar 1902, Kur. Wichr. 1902 S, 162, ROE. Bd. 50 S. 408 ff.; vgl. auch Urt. d. Reichsger. vom 14. Oktober 1909 Sur. Wichr. 1909 S. 724). Sinfichtlich der Ausgleichung |. unten Bem. 2, b. Eine Ausnahme vor dem Srundjaße des 8 84) Ab). 1 enthält & 835 Mol. 3, wonad) in dem dort bezeichneten Falle die mehreren Srundftückseigentüumer für den Wild Zn aden nicht al Gefamtihuldner, fondern nach dem DVerhältniffle der Größe ihrer @©runditüce erfaßpflichtig find (Bem. 4, d zur 8 835). Unanwendbar ift S 84), wenn zwei Perfonen 3u einer fahrläffig begangenen unerlaubten Handlung zufamımenwirken, die Haltung de8 einen von ihnen aber durch Verz trag mit dem Befchädigten ausgefchlofen i{t (Urt. d. Meichsger. vom 24. September 1910 Warneyer Erg.-Bb, 1910 Nr. 375), 2. Berhältnis nach innen, Gemäß & 426 Abl. 1 Sab 1 find Sefamt{chuldner im Berhältnifje zueinander zu gleichen Anteilen vi jomweit nicht ein YUnderes beftimmft ijt. Der hienach beftehende Ausgleichungsan prucd) wird dadurch nicht berührt, daß die Haftung eines Gefamtfchuldner8 gegenüber dem Gläubiger durch rechtskrättiges Urteil verneint ift (f. Bem, 8 zu S 830 und da3Z dort erwähnte Urt. d. Reichsgericht8). Anderweitige Beitimmungen im Sinne des 8 426 Abi. 1 Su 1 enthält 8 840 im Abi. 2 und 3. (Nach Urt. d. DLSG. Stuttgart vom 18. Februar 1909 Recht 1909 Nr. 1114 ol dinfichtlich des Ausgleidhungsanfpruchs davon auszugehen fein, daß der übereinftimmende, wenn auch nicht ausgefprochene Wille der Schadensitifter auf Verteilung des Schaden8 „nach Billigfeitsgrundjäken“ ging, eine gerade bei unerlaubten Handlungen jehr will= fürlihe Annahme !) n 2) Nach SS 831, 832 haftet unter gewiffen Vorausfeßungen neben dem Täter der Gejchäftsherr, die ihn nach 8 831 Abi. 2 gleichgeitellten Berfonen und der Kraft Gejekes oder auf ®rund Vertrags Auffichtspflichtige. m Vers hältniffe diefer Perfonen zu dem Täter ijt der leßtere allein verpflichtet, foweit fi nicht aus dem Verhältniffe der mehreren Erfaß- pflichtigen zueinander eine abweichende Verteilung der Erfabpflicht ergibt, was inSbejondere in den Fällen der S8 831 AT, 2, 832 Abt. 2 der Sad jein Tann (We. 1, 737 ff.; vol. Bem. 2, c und 6, a zu S 831, Bem. VI zu 8 832; 1. au Pland Bem, 2, d), Hievon gilt jedoch miederum eine Au8nahme für den Fall des 8 820. Nach diefer Vorfehrift kann der wegen Unzurechnungsiähigkeit, Zauditummbeit oder jugendlichen Alter8 nicht verantwortliche Täter zum Schadenserfaß angehalten merden, wenn bon dem nach 8 832 verantwortlichen MuffichtS- bflidtigen SErfaß nicht zu erlangen ijt. In Verhältnifje des Täters zu dem Aufitchtspflichtigen ift in diefem Falle der Leßtere allein verpflichtet (WB. IN, 606; Bem. 3, c zu 8 829). Neben den nach den SS 833—838 erfabpflichtigen Berfonen kant auf Grund der anderweitigen Beitimmungen über unerlaubte Handlungen ein Dritter 31