25. Titel: Unerlaubte Handlungen. 88 840—842, [718 S 84. Die Verpflichtung zum Schadenserfaße wegen einer gegen die Perjon ge richteten unerlaubten Handlung erftreckt fichH auf die Nachtheile, welche die Hand: hung für den Erwerb oder das Fortkommen des Verlegten Herbeiführt. G. II, 765; IL, 826. 1. Grundgedanke. Das Gejeb betrachtet al8 zu erfeßenden Schaden, von den in den S$ 847 und 1300 erwähnten Ausnahmefällen abgefehen, nur einen Vermögens: Ihaden ($ 253). Um nun den Zweifel zu befeitigen, ob die Nachteile, welche eine uner- laubte Handlung für den Erwerb und das Fortfommen des Verleßten herbeiführt, al3 BermögenS{chaden anzufjehen find oder nicht, beftimmt der auf Beichluß der II Komm. beruhende S 842. (analog dem $ 53 Abf. 2 des fchweizerifchen Obligationenrechts), daß die Berpflichtung zum Schadenzerfaße wegen einer 000mm die Werfon gerichteten unerlaubten Handlung fihH auch auf folde Nachteile erftrect (. II, 635 ff, Sacubezky, Bem. S. 165; vgl. IR. 1, 751, ferner $ 824 Abi. 1 und StOB. S 188). uf die BerleBung vertragsmäßiger Verpflichtungen {ft 8 842 nicht anwend- Dar, wie fichH aus der Entkehungsgefchichte (W. II, 637) und per argumentum e con- trario aus $ 618 Mbf. 3 ergibt (ebenfo DVertmann Bem. 5, Blang Bem. 2; and. Anf. ohne überzeugende Begründung ROÖR.-Komm. Dem. 1; zweifelnd v. Tuhr in D. ur. 3. 1901 S. 426). 3. MB8 unerlaubte Gandlungen, die ge @ en die Perfon gerichtet find, erfdheinen in8befondere die Verlegung des Körper8, der Gefundheit und der Hreiheit (8 823 Abi. 1), ferner der Tatbeftand der SS 824, 825 und wohl auch eine Verlebung des NMamensrechts (8 12, Bem. 11, A, 2, e, «, yy zu 8 828). $ 842 gewährt weiblidhen Berfonen einen Unfprucdh auf Schadenserfaß auch für den durch S 825 nicht gedeckten Fall, daß e3 zum Vollzuge der Beivohnung nicht ge fommen ift, die durch die unerlaubte Handlung (SS 823 Aof. 2, 826; 1. Bem. 2 zu 8 825) Berleßte aber einen Nachteil für ihren Erwerb oder ihr Fortkommen, wenn au nicht gerade einen abidhägbaren Bermögensfchaden 3. B. Minderung der Ausficht auf Heirat), erlitten hat (%. 11, 636 ff.; vgl. Liszt S, 64, Dertmann Bem. 2, 0). & 842 muß übrigen8 au Anwendung finden, wenn in den Fällen der SS 833, 834, 836—838 eine Verfon verlebt wird, obwohl von einer gegen die Berfon „gerichteten“ Handlung im eigentliden Sinne hier nicht gefprochen werden kann. Ueber die Anwendbarkeit des S 842 auf den ErfaßanfpruchH einer verheirateten Zrau f. Urt. d. Reichsger. vom 23. April 1906 ROGES. Bd. 63 S. 197 und vom 18. Fe: bruar 1907 BI. f. RA. Bd. 72 S. 883; vgl. au Bem. 8 zu $ 845. Sit der Berlegte ein Rind, fo fann auf Feftitellung nach Maßgabe des 8 842 geflagt werden (Urt. d. VLG®. Kolmar vom 4. Oktober 1904 Recht 1904 S. 529; f. auch Urt. d. OLG. Jena vom 21. Iuni 1905 und des DL®., Karlsruhe vom 23. Suni 1906, NKipr. d. DLG®, Bd. 12 S. 119 f., Bd. 14 S. 55 ff. über Anwendbarkeit des 8 842 auf unfittlidhe Handlungen gegen Kinder). . Auf Nachteile für Erwerb oder Fortfommen des Verlekten, die durch eine (aus {Oließlih) gegen das Vermögen gerichtete unerlaubte Handlung herbeigeführt find (3. 5. durch fahrläflige Vernichtung eines wertvollen Manujkripts oder Modells), ift 8 842 nad) feinem unzweideutigen Wortlaute nicht anw$endbar (and. Unf. Dernhburg S 388, IL, 1, land Bem. 1, Crome 8 399 Yun. 109). 3, is Nachteil für Erwerb oder Fortfommen erfcheint, wie aus der Ausdrucdsweife des S 824 hervorgeht, auch die Areditgefährdung (Liszt S. 63). Im übrigen val. über diefen Begriff Bem. 3, a, y zu 8 824. . 4, Im SGegenfjaße zu dem AnfpruchH auf Schmerzensgeld (S& 847 Abl. 1 Sag 2) ift der Anfpruch aus S$ 842 undefhränkt vererblid und übertragbar. . 5. Ueber die prozeffiuale Feftfjtellung des gemäß S 842 zu erfeßenden Schadenz f. ZRO. S 287; vol. auch Urt. d. DOLG. Iena vom 21. uni 1905 Ripr. d. DLG, Bd. 12. S. 119 ff., Urt. d. Reihsger. vom 14. Januar 1907 Mecht 1907 S, 252 und vom 28. Juni 1909 Iur. Wichr. 1909 S. 495. ‚6. Auf Anfprüche aus dem Haftpflidhtgefjeß it S 842 nicht anwendbar (Urt. d. Keichsger. vom 8. Februar 1904 RGE. Bd. 57 S, 55); dagegen ijt der @rundfaß des S 842 au) maßgebend für die Berechnung des gemäß S 2 des Gef, betr. die Ent{chädir gung der im Wiederaufnahmeverfahren freigefprodhenen Verfonen vom 20. Mai 1898 zu erjegenden Schadens (Urt. d. Meichsger. vom 11. Dezember 1905 ROSE. Bd. 62 S. 160) . 7. 8842 bezieht fich nur auf den Erfag von Vermögensfhaden (S 253); über. den Anfpruch auf Erfag immateriellen Schadens |. S 847. Staudinger, BGB, Ub (Schhuldverbältnifje, Engelmann: Unerlaubte Gandkungen), 5./6. Aufl, 108