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        <title>Recht der Schuldverhältnisse</title>
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            <idno>1896406157</idno>
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      <div>1508 
VII. Abf{Onitt: Einzelne Schuldverhältniffe. 
Ein Gegenfaß Befteht aber nur zwijhen der zur Staats- 
ordnung zufammengeichlofjenen Gefamtheit und dem ein- 
zelnen, nicht zwilhen der Gefamtheit als Summe der eins 
zelnen dem Bublikum) und dem einzelnen. GejeßBe, melde die 
SGejamtheit in leßterem Sinne zu [Hüßen bezweden G. SB. 
Normen zum Schubße der Verfehröficherheit), find ftet3 audhH zum 
Schuße des einzelnen beftimmt; nicht unter &amp; 823 Ubi. 2 
fallen dagegen Berlegungen folder Gefebße, die den Schuß 
des Staatsganzen bezwecden, 3. B. St®@B. 88 81 Nr. 2—4, 85, 87 ff. 
105 (Jo mit überzeugender Begründung DVertmann Bem. 4, b und RORK.= 
®omm. Bem. 14, a). 
Hinfichtlidh der vielfach auseinandergehenden Anfichten über den Be- 
griff des SchubgefeßesS val. ferner Venel in D. Sur. 1897 S. 409 F., Liszt 
S, 33 ff., Bland Bem. HI, 2, Goldmann Lilienthal S. 884 f., Neumann 
Note C, II, Fifcher-Genle IMote 15, Achilles Note 3, Ek-Leonhard S. 601 ff.; 
Meisner S. 289 ff, Cojad I S. 677 ., Endemann 1 S. 1263 ff., Matthiaß 
407 ff, Weyl, Borträge Bd. 1 S. 525 ff, Schollmeyer S. 221 f., Derndur 
8 383, V, 1, Crome $ 326, Lobe a. a. ©. S. 243 f., Sinkelmann im rc, 
|. bürgerl. N. Bd. 13 S. 84 ff., BoHlen in D. Iur.3. 1902 S. 432, L. 0 
in ©ruchot, Beitr. 1899 S. 390 ff, Beling a. a. D., Schönfeld a. a. VD. 
S, 45 ff., ©. Träger, Der Raufalbegriff Anhang) S. 376 ff., Voß, Wündi{cdh, 
Bauer und Detmold a. a. OD. 
Das Reidhsgericht läßt eine beftimmte Stellungnahme zu diefer bedeut- 
Jamen Streitfrage bisher vermiffen. Während ein Urt. vom 9. Januar 1905 
(Sur. Widhr. 1905 S. 142 ff.) al Schußgefebß dasjenige Gefeß bezeichnet, das 
„den einzelnen im ÖGegenjage zur Gejamtbheit“ zu jhüßen bezwedt, führt 
ein Urteil vom 6. Oktober 1904 (SIur. Wichr. 1904 S. 554) aus, der Begriff 
des SchußgefeßeS febe nicht voraus, daß die Norm in eriter Linie den eins 
zelnen Thüße, falls fie nur „werigiten3 felundär“ den Schuß des einzelnen 
bezwede; noch weiter gebt ein Urteil vom 1. Dezember 1904 NGES. Bd. 59 
S. 237 ff.: „Bu den Schußgefegen im Sinne de3 $ 823 AWbf. 2 gehören von 
den Strafgefeben nicht bloß diejenigen, die den Schuß eine3 größeren oder 
engeren Areifes von Vrivatinterefjen fih zu ihrer nächiten Yufgabe geftellt 
haben, fondern auch jolche, die in erfter Keihe Höheren Interefjen der AU- 
gemeinheit zu dienen beftimmt find, wenn je nur nebenher auch den eins 
Bm zum Schuße gereichen. Auf eine durchgreifende Ybagrenzung des 
Begriffs kommt eS hier nicht an (?); die Örenzen Fi eng zu Eden verbietet 
fi fhon deshalb, weil dann das Fehlen eines allgemeinen Erfaßanfipruchs 
jür Jahrläffige Vermögensbefchäbigung im BOB. um {o drücdender empfunden 
werden würde“, Daß die Örenzen des Begriffs auch „nicht zu weit“ gezogen 
werden dürfen, betont ein Urt. d. Reichsger. vom 23. Mai 1906 ROS. Bd. 63 
S. 329. S. auch Urt. d. Reichsger, vom 4. Februar 1910 RNOE. Bd. 73S. 32ff. „Db 
ein Gejeß (oder eine Jonftige Kechtsnorm) ein den Schuß eineS anderen bezweden- 
des Gejek it, ift aus dem in Frage fonmmenden Gefeß felbit, aus feinem nbhalt 
und inSbefondere auch aus den VBerhältniffen, die eS regeln will, und deu Hielen, 
die e8 verfolgt, zu entnehmen; .. . . auch bei ftrafrechtlichen gefeßlichen Be- 
ftimmungen ift daher {tet3 zu brüfen, welfen Interejfe durch das von dem 
Gefeßgeber_gehotene (oder verbotene) Tun oder Unterlaffen berührt wird und 
durch die Strafbeltimmung einen Schuß Hat erbalten follen.“ - 
Au8 der fajt unüberfehbaren NedhHtf{predhung zu 8 823 AWof. 2 feien folgende 
Sinzelheiten hervorgehoben: 
x) Al3 Schubagefebe murden erklärt: 
StiOB3. 88 153 und 163 (Urt. d. Meichsger. vom 1. Dezember 
1904 NGE. Bd. 59 S. 236 ff. und vom 25. Januar 1908 Warneyer 
L. Erg.-Bd. S, 155); 
StGB, 8 172 (Urt. d. DLG. Hamburg vom 2. März 1906 
ipr. d. DOLG. Bd. 14 S. 39 {f.; bedenkkich !). OU hat das Reichs= 
gericht durch Urteil vom 26. YVktober 1909 ROEC. Bd. 72 S. 128 ff. 
mit Recht verneint, daß der Chemann, der die Scheidung wegen Che 
brucdhs erwirkt hat, auf ©rund des S 823 Ubi. 2 (vder des S 823 
6f. 1, f. oben unter HN, 2, e, «, X von dem Chebrecher Erfaß der VBer- 
mögen&amp;nachteıle verlangen fönne, die ihın durdh die Scheidung erwachfen 
über die Unzuläffigfeit der Unterlafiungsklage f. Borbem. VII a. €); 
$. auch unten unter d, 7:</div>
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