37 —

Rapport der ersten Kommission heisst es: „...les r6solutions
d’amendements au Pacte ne constituent nullement des d&amp;cisions
dans le sens de Vl’article 5, puisqu’elles sont depourvues de toute
force obligatoire definitive. ..‘“1l) — womit eine „force obligatoire
definitive‘ offenbar bei den Beschlüssen nach Art. 5 angenommen
wird.
Die gleiche Auffassung ergibt sich aus dem sog. britischen
Kommentar zur Satzung, der, nachdem er das Erfordernis der
Einstimmigkeit erwähnt hat, sagt:?)
„At the present stage of national feeling, sovereign States
will not consent to be bound by legislation voted by a majority,
even an overwhelming majority, of their fellows.*“
Einen ähnlichen Standpunkt hat sodann die erste Kommission
der 5. VBV eingenommen im Rapport über Abänderung des
Art. 27 des Geschäftsreglements der Versammlung‘®):
„L’unanimite n’est, en effet, requise aux s6ances plönieres
de T’Assemble&amp; que pour l’adoption des r&amp;solutions constituant
des d&amp;cisions proprement dites, Hant les Etats, et non relatives
a la. procedure.“
Von besonderer Bedeutung ist, dass diese Auffassung auch in
zwei Gutachten des StIG- zum Ausdruck gekommen ist. Die eine
Äusserung findet sich im Gutachten betreffend die Frage von
Jaworzina*). Sie bezieht sich auf die Resolution des Obersten
Rates vom 11. Juli 1920. Der Oberste Rat, welcher aus den Vertretern
 der Regierungen Frankreichs, Grossbritanniens, Italiens
und Japans bestand, beauftragt darin die Botschafterkonferenz,
den Entscheid im Grenzstreit zwischen Polen und der Tschechoslovakei
 zu fällen und zwar nach Massgabe von Direktiven des
Obersten Rates, „Ces directives contenues dans la dernidre partie
de la resolution, devaient &amp;tre communiqu&amp;es confidentiellement

‘) 11 Ass. C. I 183 und Pl. 708.
?) Kluyver, Documents on the League of Nations, 1920, 102, Butler,
A. Handbook to the League of Nations, 2. Aufl. 1925, 168.
3) V Ass. Pl. 416.
1) Publications, Serie B. No. 8.