ders in London geschieht, ist ein
Konsularbeamter zu betrauen, und
der Sozialattach@ als diplomatischer
Beamter ist für die Aufgaben zu verwenden,
 für die er eigentlich vorgesehen
 ist. Heute bleiben die dem
Sozialattach@ vorbehaltenen Aufgaben
 größtenteils unerledigt.
Die Missionschefs werden sich zu
ihrer Rechtfertigung vielleicht auf
die Instruktionen für die Sozialattache&amp;s
 berufen, die in diesem
Punkt tatsächlich nicht ganz klar
sind, ist doch hier als eine der Aufgaben
 die Interessenvertretung der
im beschickten Land berufstätigen
Schweizer angeführt. Aber man
darf doch dem Politischen Departement
 zutrauen, daß es dem Konsul
unbestrittenermaßen vorbehaltene
Funktionen in Abweichung von der
Regel nicht einem Diplomaten überbinden
 wollte. Sicher verstehen die
Instruktionen die Interessenvertretung
 auf diplomatischer Ebene und
nicht die dem Konsulat zustehende.
«Sozial» bedeutet nicht nur «fürsorgerisch»,
 es ist ein umfassenderer
 Begriff, und der Sozialattache
 ist seiner Bestimmung nach
etwas anderes als ein Fürsorgebeamter.
 Natürlich soll er sich gelegentlicher
 Betätigung in Fürsorge
nicht verschließen, aber er darf
darin nicht hauptamtlich eingesetzt
werden, wie es in London sehr stark
und in Paris etwas weniger der
Fall ist.

Der Zweck des Sozialattache-Dienstes
 und die Aufgabe des Sozialattaches
 werden offensichtlich verkannt,
 wenn Bundesämter dem Posten

 in Paris eine im besonderen
Maße große Bedeutung zumessen
mit der Begründung, die schweizerische
 Kolonie in Frankreich sei die
weitaus umfangreichste.

Sozialattaches sind diplomatische
Beamte. In Paris und London nehmen
 sie den Rang eines Legationsrates
 ein — nicht aber der Sozialattache
 in Washington, der bis
heute als Attache auf der untersten
Rangstufe diplomatischer Beamter
ausharren muß. Hat hier das Politische
 Departement eine Umwertung
 der Werte vorgenommen? Die
Frage nach den Gründen einer
solch unterschiedlichen Klassifikation
 muß hier unbeantwortet bleiben;
 der Außenstehende kann nämlich
 die Antwort nicht geben.
In der Praxis — nicht im diplomatischen
 Rang — ist der schweizerische
 Sozialattach@ «degradiert»
und der —Sozialattache - Dienst
nicht zu der Institution ausgebaut
worden, daß er den Interessen des
Landes im ganzen Umfange hätte
dienen können. Heute scheint nun
sogar für gewisse Kreise der Zeitpunkt
 für eine weitere Etappe des
Abbaues oder gar für die Liquidation
 selbst gekommen.
Dem Vernehmen nach prüft gegenwärtig
 das Politische Departement,
wie die dem Sozialattach@ übertragenen
 Funktionen in den «normalen»
Aufgabenkreis der Gesandtschaft
einbezogen werden können. Was
unter dieser etwas vieldeutigen Ankündigung
 zu verstehen ist, wird
sich erst zeigen, wenn die ersten
Ergebnisse dieser «Prüfung» be-IA

