kannt sein werden. Sehr wahrscheinlich
 wird es sich dabei nicht
um eine Reaktivierung der Instruktionen
 aus dem Jahre 1947 handeln.
Gegenwärtig ist man im Politischen
Departement der Ansicht, daß für
die Zeit unmittelbar nach Kriegsende
 .der Einsatz von Fachleuten
für soziale Fragen im diplomatischen
 Außendienst erforderlich gewesen
 sei, hingegen heute auf Spezialisten
 verzichtet und die «Bearbeitung
 der sozialen Angelegenheiten»
 einem «gewöhnlichen» Diplomaten,
 das heißt dem Diplomaten
 des allgemeinen Dienstes, anvertraut
 werden könne. Mit Blick
auf Frankreich wird insbesondere
ausgeführt, daß die Entwicklung
in der Nachkriegszeit zahlreiche
Fragen aufgeworfen habe, die zu
bilateralen Verhandlungen und
Vereinbarungen geführt haben, und
nachdem diese für die schweizerische
 Kolonie lebenswichtigen
Probleme in ihrer Mehrheit gelöst
seien, es heute nur noch um. die
Anwendung der abgeschlossenen
Verträge ginge. Das alles kann doch
nur heißen, daß der Fürsorgebeamte
 im diplomatischen (nicht
konsularischen!) Außendienst der
Schweiz geschaffen werden soll.
Ueber die Fragwürdigkeit dieser
Absichten ist kein Wort zu verlieren.

Unwillkürlich drängt sich da die
Vermutung auf, ob nicht das personnel
 de carriere einen Riegel vorschieben
 will, damit sich nicht das
wiederhole, was 1946 geschehen ist,
als zufolge einer «Modeströmung» 3
«Außenseiter», das. heißt ein ausgewiesener

 Beamter aus dem Bundesamt
 für Industrie, Gewerbe und
Arbeit, ein tüchtiger Departementssekretär
 aus der kantonalen Verwaltung
 Genfs und ein bewährter
Funktionär des Gewerkschaftsbundes
 auf die damals errichteten Posten
 eines Sozialattache&amp;s berufen
worden sind. Es überrascht daher
nicht, daß kürzlich die Wahl des
Nachfolgers für den bisherigen
Sozialattach€ in London auf einen
Beamten des Informationsdienstes
im Politischen Departement gefallen
 ist. Daran zweifelt wohl niemand,
 daß dieser Diplomat des allgemeinen
 Dienstes befähigt ist, die
von seinem Vorgänger ausgeübten
Funktionen zu übernehmen und
auch zur Zufriedenheit seiner Vorgesetzten
 zu erledigen. Hingegen
müßten die heftigsten Bedenken
laut werden, wenn er seine Aufgaben
 als Sozialattach@ im Sinne
der Instruktionen zu erfüllen hätte,
denn dazu genügt seine Tätigkeit
auf dem Politischen Departement
als Redaktor und sein Praktikum
von einem Monat auf dem Bundesamt
 für Industrie, Gewerbe und
Arbeit und dem Bundesamt für
Sozialversicherung (laut Service de
Presse libre, Nr. 9, Bern) zur Vorbereitung
 auf die neuen Pflichten
in London offensichtlich nicht, es
sei denn, er bringe auf Grund seines
 Bildungsganges und seiner
früheren praktischen Tätigkeit die
notwendigen Kenntnisse und Erfahrungen
 mit.
Zu Recht ist gefragt worden: Wer
käme auf die Idee, den Posten des
Militärattaches mit einem Diplo-