maten der Karriere — gewöhnlich
ein Jurist, der mit jungen Jahren
in das Politische Departement eingetreten
 ist — zu besetzen? Auch
das eigentliche, ursprüngliche Gebiet
 des Sozialattaches ist ein Spezialgebiet,
 das wohl von jedermann
schlecht und recht beackert werden
kann, mit dem größten Gewinn jedoch
 sicher nur durch den Fachmann
 bearbeitet wird.

X. Trotz und alledem
Sozialattaches!

Schon bei Bestellung der Sozialattache&amp;s
 wurden Stimmen laut, die
die Notwendigkeit einer Ausweitung
 des auswärtigen Dienstes in
dieser Richtung bezweifelten, ja
sogar offen verneinten. Heute
heißt es, man sei damals einer
&lt;«Modeströmung» erlegen und die
seitherige Entwicklung habe bewiesen,
 wie berechtigt jene Einwendungen
 gewesen seien. Und
manch eifriger Befürworter ist inzwischen
 zum Zweifler geworden,
da er seine Erwartungen nicht erfüllt
 sieht.
Und trotzdem, der Sozialattache ist
im schweizerischen Außendienst
notwendig, sein Dienst gehört sogar
 ausgebaut — nicht, weil die
USA dasselbe tun, und nicht, weil
es heute noch «Mode» sein könnte,
sondern ganz einfach deswegen,
weil die Schweiz einer weltweiten
Entwicklung sich nicht entziehen
darf und kann.
Die Welt ist voller Spannungen und
Schwierigkeiten. Das tritt gegenwärtig
 so schmerzlich zutage, daß

jeder Hinweis darauf zum Gemeinplatz
 geworden ist. Trotzdem und
nicht zuletzt in der Schweiz ist der
Mangel an Verständnis für viele
der schwerwiegenden Faktoren und
wirklichen Ursachen dieser internationalen
 wie nationalen Gefahren
weit verbreitet und werden die oft
verborgenen Gründe zuwenig erkannt.
 Besonders in der Arbeitsund
 Sozialpolitik auf nationaler
und internationaler Ebene sind
diese Probleme durch Fehldarstel-Jung,
 ungenügende Information,
Vorurteil oder Mißtrauen verhüllt
oder gar falsch gestellt. Nationale
Interessen, ideologische Gegensätze,
technologische und bevölkerungspolitische
 Faktoren tragen zur Verwirrung
 bei.
Konkreter ausgedrückt heißt dies,
daß die weltumfassenden Spannungen
 und die nationalen Schwierigkeiten
 — gewiß nicht ausschließlich,
aber doch sehr stark —- vom Verhältnis
 zwischen Kapital und Arbeit
beherrscht oder beeinflußt werden.
Durch die Enzykliken Rerum novarum
 und andere sucht die katholische
 Kirche diesem Verhältnis
Härten zu nehmen. Die Bewegung
der moralischen Aufrüstung glaubt
ebenfalls, religiöse Mittel zur Milderung
 der Gegensätze gefunden zu
haben. Arbeitsrecht und Sozialpolitik
 haben diese Beziehungen
zum Gegenstand. Das Schlichtungswesen
 in kollektiven Arbeitsstreitigkeiten
 greift hier mit Rechtsmitteln
 ein. Mit den Praktiken der
«human relations» soll durch psychologische
 Mittel ihm beigekommen
 werden. Die politischen Par-