unterricht erster Güte geboten worden.

In den USA stand während der letzten
 Zeit die Anwendung der Ausweichklausel
 im Handelsvertrag mit
der Schweiz wegen angeblicher Bedrohung
 der Uhrenindustrie und
die Einfuhr ausländischen Käses
zur Diskussion. Es waren Zollerhöhungen
 und Einfuhrbeschränkungen
 verlangt worden. Die schweizerischen
 Interessen sind in und
neben den öffentlichen Verhandlungen
 des Kongresses und der United
 States Tariff Commission indirekt
 durch die Importeure und
direkt durch schweizerische Stellen
 und die Gesandtschaft wahrgenommen
 worden — durch die Gesandtschaft
 unter anderem dadurch,
 daß laut Meldungen der
schweizerischen Presse der Gesandte
 die Auffassungen der
Schweiz maßgebenden Kongreßmitgliedern
 in den Wandelgängen
des Kapitols dargelegt und auch
auf Regierungsämtern vorgesprochen
 habe. Eines ist dabei aufgefallen,
 daß diese Meldungen keine
Hinweise über den Einsatz des Sozialattaches
 in diese Aktionen enthalten
 haben. Es dürfte aufschlußreich
 sein, zu erfahren, ob der Sozialattache
 beizeiten durch den Gesandten
 zur Wahrnehmung der
schweizerischen Exportinteressen
ebenfalls beigezogen und mit bestimmten
 Aufgaben betraut worden
ist und auch, ob man mit ihm über
gewisse Aspekte dieser Probleme
Rat gehalten hat. Ganz konkret
sind hier die Aktionen des Metallund
 Uhrenarbeiter-Verbandes der

Schweiz und des Schweizerischen
Gewerkschaftsbundes aufs Korn
genommen, sie hätten durch eine
rechtzeitige, gleichgerichtete Tätigkeit
 seitens des Sozialattaches bei
den amerikanischen Gewerkschaftsbünden
 vorbereitet oder zumindest
begleitet gehört. Wie gesagt, man
hat darüber nichts erfahren und
sollte tatsächlich nichts geschehen
sein oder erst unmittelbar vor Torschluß,
 so wäre das eine unverständliche
 Haltung.
Es ist schon auf ‚die amerikanischen
 Gewerkschaften als
Machtfaktor und auf ihre enge Zusammenarbeit
 mit der Regierung
und den Aemtern hingewiesen worden.
 Bekannt ist auch, wie geschlossen
 sich die Gewerkschaften hinter
die Außenpolitik der Regierung
stellen. Das hält sie aber nicht ab,
in Fragen der Einfuhrpolitik gelegentlich
 protektionistische Maßnahmen
 zu fordern, das heißt, sie
sind nicht immer ohne weiteres
bereit, die notwendigen außenhandelspolitischen
 Schlüsse aus ihrer
außenpolitischen Haltung zu ziehen.

Im Januar 1950 nahm die AFL an
der American Wage Earners Proteective
 Conference (Konferenz zum
Schutze amerikanischer Lohnempfänger)
 teil, die von Unternehmer-
 und Arbeitervertretern
beschickt war. Ihr Vizepräsident,
Mathew Woll, hatte damals den Vorsitz
 der Konferenz innegehabt.
Der Zweck dieser heute in den
Hintergrund gedrängten Organisation
 ist, den Kampf der interessierten
 Gruppen gegen die Zollx

