und Importpolitik der amerikanischen
 Regierung zu koordinieren,
Diese protektionistischen Regungen
sind stets noch wach — in den Reihen
 der Gewerkschaften wie der
Unternehmer. Zur gleichen Zeit
nämlich, als die Zentrale der AFL
die Erklärung gegen die Uhrenzollerhöhung
 abgegeben hat, haben
verschiedene Ortsgruppen und die
Uhrenarbeitergewerkschaft eine
vorbehaltlose Anwendung der Ausweichklausel
 und damit die Erhöhung
 .des Schutzzolles gefordert.
Gewiß, die Gewerkschaften sind in
diesen Fragen noch etwas wankelmütig,
 und sie werden es erst recht
sein in Zeiten‘ wirtschaftlicher
Stagnation und Krise, weil ihnen
dann mangels umfassender Sicherung
 des Arbeitsplatzes jede Maßnahme
 tragbar erscheint, welche
dem Arbeitnehmer etwelchen Schutz
verspricht. Zugleich spielt die bei
der Arbeiterschaft und beim Unternehmertum
 weitverbreitete Angst
vor Unterbietung durch ausländische
 Produkte, die unter schlechteren
 Arbeitsbedingungen und
daher zu geringeren Kosten als
in den USA hergestellt werden,
mit hinein. Ueber die auswärtigen
Arbeitsbedingungen sind die amerikanischen
 Wirtschaftskreise durch
die Tätigkeit der Sozialattaches
ihres Landes sehr gut unterrichtet.
Gerade weil in amerikanischen Gewerkschaften
 die liberale Handelspolitik
 noch nicht ungeteilte Zustimmung
 findet, ist es notwendig
und durchaus gegeben, daß der Sozialattache
 auch in ihren Reihen
nach Möglichkeit als «Advokat»

schweizerischer Interessen wirkt,
die Probleme hier unterm Gesichtspunkt
 der schweizerischen Gewerkschaften
 in gebührender Beachtung
der amerikanischen gewerkschaftlichen
 Ueberlegungen darstellt und
um das Verständnis wirbt.
Ob die Gesandtschaft in Washington
 den Wert einer guten Verbindung
 mit den amerikanischen Gewerkschaften
 richtig einschätzt, ist
nicht bekannt. Die Bedeutung einer
solchen Verbindung — wie weit sie
schweizerischen Interessen in allen
Fällen und zu jeder Zeit dienstbar
sein wird, ist eine andere Frage —
kann auch darin abgelesen werden,
daß nach dem Urteil von Beobachtern
 der politischen Verhältnisse
in den USA der Entscheid des
Präsidenten in der Uhrenzollfrage
wahrscheinlich nicht so günstig für
die Schweiz ausgefallen wäre, wenn
die Gewerkschaftsbünde oder auch
nur einer der großen Verbände für
eine Zollerhöhung sich ausgesprochen
 hätten. Truman ist nicht nur
Präsident der USA, sondern auch
Parteimann, der seine Verpflichtung
 in einem Wahljahr kennt.
Gerade diese Erfahrungen der
jüngsten Zeit in den USA haben
dem Problem des Sozialattach6-Dienstes
 Schlaglichter aufgesetzt.
Was sich hier gezeigt hat, kann
sich jederzeit ähnlich in all den
Ländern wiederholen, mit denen die
Schweiz einen intensiven Handelsverkehr
 pflegt und wo eine in ihrer
Art einflußreiche Gewerkschaftsbewegung
 besteht. Sie dürften auch
zur Genüge belegen, daß der Einsatz
 des Sozialattaches in den er-