kehren und wirtschaftliche Aufgaben neuerdings rein politisch oder überhaupt
nicht lösen zu können, so werden neue Gefahren nicht ausbleiben und äußerst
gefährliche Folgen haben.
Inmitten einer Welt, die auf Grund starker neuer politischer Impulse und wirtschaftlicher
 Erfordernisse in mancher Hinsicht im Begriffe ist, nunmehr sogar
ins andere Extrem, jenes allzu starrer Bindungen, zu fallen, hat die geistig und
materiell intakt gebliebene Schweiz die große Aufgabe, das demokratische Erbe
und den vernünftigen Ausgleich zwischen Politik und Wirtschaft zu sichern und
gleichzeitig jene Anpassungen an neue Notwendigkeiten vorzunehmen, die in
einer Welt unumgänglich sind, wo Politik und Wirtschaft immer mehr zu einem
Begriff werden und die Wirtschaft durch die Macht der Umstände immer mehr
eine gebundene Wirtschaft wird.

Schlußfolgerungen für die Schweiz
Aus den vorangehenden Kapiteln ist zu erkennen, daß auf Grund der sich
geltend machenden neuen politischen und wirtschaftlichen Kräfte eine allgemeine
innen- und außenpolitische Umstellung zu erfolgen hat, wobei vor allem aus
dem formalpolitischen und formaldiplomatischen außenpolitischen Apparat ein
wirtschaftsdiplomatischer Apparat werden muß. Das Maß dieser Umstellung
darf nicht etwa von unseren Wünschen und unserer weltanschaulichen Einstellung
 abhängen, sondern es müssen gewisse Zwangsläufigkeiten berücksichtigt
werden, die den Kurs zu bestimmen haben.
Der Erfolg der Schweiz und der kleinen Demokratien im allgemeinen wird dabei
in einem hohen Maße davon abhängen, ob es gelingt, eine besonders sinnvolle
Verbindung zwischen freier Wirtschaft und staatlicher Lenkung und Hilfe zu
finden. Gerade diese sinnvolle Verbindung kann und muß für uns zu einem entscheidenden
 Faktor der Überlegenheit im internationalen Konkurrenzkampf
werden. Gelingt dies nicht, so wird die Entwicklung ihren Gang gehen. Sie kann
dann zu einer radikalen Umstellung führen, auch wenn niemand sie will, dem die
weitestgehende Freiheit menschlicher Beziehungen und Betätigungen auf politischem
 und wirtschaftlichem Gebiet als das erscheint, was unser selbständiges
staatliches Dasein ausmacht und rechtfertigt. Es geht für uns alle darum, die
soziale Sicherheit zu gewinnen, ohne politisch und wirtschaftlich das an persönlicher
 Freiheit zu verlieren, was das Leben lebenswert macht,
Zu diesem Zweck müssen alle eingespannt werden, die diesen Willen haben. Dazu
gehören vor allem auch jene, die bis heute nicht zu Wort gekommen sind und
die jenen Zuschuß an neuem Blut darstellen können, ohne den sich die Demokratie
 auf die Dauer nicht bewähren kann. Wir haben gesehen, daß sich Anstrengungen
 und Absichten in dieser Richtung außerhalb unserer Grenzen da
und dort geltend machen: in England, den USA, Schweden, Frankreich, der
UdSSR usw.
Es muß in unserem Land sofort auf Grund der in andern Ländern angebahnten
oder bereits gemachten Erfahrungen sowie unter Berücksichtigung der schweizerischen
 Sonderverhältnisse untersucht werden, welche Änderungen am Apparat
 vorzunehmen sind, das heißt wie bei uns der politische Außendienst mit dem
Wirtschaftsdienst in Verbindung und Wechselwirkung gebracht werden kann.
Dies gilt besonders auch für die Konsulate, wobei darauf zu achten ist, daß die
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