Inhaber nicht lediglich kaufmännisch, sondern vor allem auch volkswirtschaftlich,
sozialpolitisch und kulturell auf der Höhe sind. Es muß geschehen in Zusammenarbeit
 mit jenen neuen Elementen, die in diesen mit neuen Formen und neuem
Inhalt auszustattenden Apparat herangezogen werden sollen, das heißt in Verbindung
 «mit allen Kreisen der Bevölkerung».
Die neue Methode muß, wie bereits angedeutet, davon ausgehen, daß der
Nachdruck auf die Heranziehung von Leuten gelegt wird, die aus. der Praxis
kommen und sich in der Praxis bereits bewährt haben, und zwar nicht nur auf
einem Spezialgebiet, sondern als Persönlichkeiten, als Menschen, die die nötige
innere. und äußere Kultur und dazu einen klaren Ueberblick über die politische,
wirtschaftliche und soziale Gesamtentwicklung haben.
In diesem Falle wird es sich meistens um Anwärter handeln, die nicht speziell
 auf ihre Fähigkeiten geprüft werden müssen, da sie ihr Können in Wirtschaft
 und Politik bereits unter Beweis gestellt haben und sofort sowie direkt
in führende Posten eingesetzt werden können.
Daneben muß natürlich die Möglichkeit bestehen, ein Kader auf dem Verwaltungswege
 von unten herauf heranzubilden. Auch hier soll jedoch die Gepflogenheit
 aufgegeben werden, ausschließlich auf Schulbildung und akademische Grade
abzustellen. Insbesondere soll vermieden werden, allzu ausschließlich unter jungen
 Juristen Ausschau zu halten, anstatt je nach dem Grad der mit großem allgemeinem
 Wissen verbundenen Spezialkenntnisse auch Historiker, Nationalökonomen
 usw. einzubeziehen,
Die Bevorzugung von einseitig eingestellten Juristen hat bis heute vielfach zur
Folge gehabt, daß sehr viele schweizerische Diplomaten, wenn sie sich bemühen,
die Vorgänge in der internationalen Politik zu verstehen und sich darüber auszulassen,
 über juristische Formulierungen und Begriffe. nicht oder nur selten
hinauskommen. Es gibt natürlich unter ihnen einige besonders begabte Elemente,
 die ihr juristisches Wissen nur als Rüstzeug ansehen und darüber hinaus
das Bestreben haben, ihren Geist zu kultivieren, ihren Horizont und ihren Erfahrungskreis
 zu erweitern. Im Interesse der lebendigen Gestaltung des auswärtigen
 Dienstes sollte dafür Sorge getragen werden, daß ein größeres Maß allgemeinen
 Wissens zu einer wichtigen Voraussetzung der Verwendung im Außendienst
gemacht wird. Diejenigen, die bemüht sind, sich in dieser Richtung zu entwickeln
und die wahrscheinlich die produktivsten unter den Diplomaten sind, vermöchten
auch auf ihre Kollegen unter Umständen stimulierend einzuwirken,
Bei der Auflockerung des Außendienstes und seiner weitgehenden Ausdehnung
auf rein wirtschaftliche — also auch rein geschäftliche — Gebiete wird sich
natürlich immer die wichtige Frage stellen, wo die Grenzen liegen, über die
hinaus sich die offizielle Diplomatie nicht mehr binden lassen kann .und die die
betroffenen Personen nicht so weit hinter sich lassen dürfen, daß beim Verhandlungspartner
 der Eindruck entsteht, solche Personen handelten aus eigener
Machtvollkommenheit oder sie ließen sich zu Transaktionen und Kontakten verleiten,
 die von den kompetenten Behörden nicht mehr gedeckt werden könnten
oder ihnen vielleicht sogar als Amtsmißbrauch erscheinen müßten.
Hier könnten ohne Zweifel Presse-, Handels- und Sozialattaches, denen innerhalb
des Gefüges der Auslandvertretungen eine unabhängigere Stellung zukommen
soll und im allgemeinen auch vom Partner zugemessen wird, sehr nützliche
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