Arbeit leisten. Presseattaches, die volkswirtschaftliche und sozialpolitische Bildung
 und entsprechende Beziehungen haben, sind schon deshalb nötig, weil gerade
in der Presse wirtschaftliche und sozialpolitische Probleme eine immer größere
Rolle spielen und solche Attaches auch verpflichten, entsprechende Beziehungen
zu unterhalten. Wenn je nach Ort und Eignung solche Attaches die verschiedenen
Gebiete — Handel, Presse, Sozialpolitik — in einer Person betreuen würden, so
könnten in manchen Fällen die oben aufgestellten Anforderungen in bezug auf
eine intensive und trotzdem nicht allzu stark gebundene Wirksamkeit noch besser
erfüllt werden,
Wenn die Pressestellen im Ausland und im Bundeshaus nicht eine gewisse dem
Beruf des Journalismus entsprechende Bewegungsfreiheit erhalten, werden Klagen,
 wie sie in letzter Zeit erhoben worden sind und die insbesondere die allzu verklausulierte
 oder viel zu späte Information betreffen, nie aufhören und weiterhin
zu ernsten Mißständen und starkem Mißvergnügen der Staatsbürger Anlaß
geben. Angelegenheiten der Presse, gleichviel, ob es sich um politische, sozialpolitische
 oder wirtschaftliche Fragen handelt, müssen journalistisch und nicht
nach den Regeln der hohen Politik behandelt werden. Deshalb müssen aber auch
zu ihrer Behandlung Fachleute herangezogen werden, die das Fingerspitzengefühl
haben und ihren Beruf so beherrschen, daß gleichzeitig dem Wunsch nach
Information und den höheren Verantwortlichkeiten gegenüber der offiziellen
Politik Genüge geleistet wird. Die Presse soll im weitesten Rahmen bedient und
unterrichtet werden. Die Berichterstattung soll nicht auf den exklusiven Kreis
der akkreditierten Bundeshausjournalisten beschränkt bleiben.
Für die Fühlungnahme mit den Gesandtschaften usw. sollen Stellen und Posten
(Legationsräte, Sekretäre) geschaffen werden, die sich mit den einzelnen Ländern
 speziell befassen und das eingehende Material zweckmäßig sichten (auch
für die Orientierung der Vertretungen im Ausland).
Eine spezielle Pressestelle im Politischen Departement könnte mit Nutzen zu
jener Fühlungnahme zwischen den verschiedenen Departementen und Instanzen
beitragen, die im Zusammenhang mit dem Ausbau des Außendienstes und seiner
Koordinierung im Staatsapparat sowieso nötig wird.
Wenn eine Reorganisation des politischen Außendienstes nach den eben dargelegten
 Grundsätzen durchgeführt würde, dürfte sich auch die Berücksichtigung
einer alten und heute besonders imperativen Forderung der Gewerkschaften und
der Arbeiterschaft ergeben: die Heranziehung der Gewerkschaften zu den Handelsvertragsverhandlungen
 als Vertreter eines Kreises von Staatsbürgern, deren
Los mehr als je von solchen Verhandlungen und Instanzen bestimmt wird.
Nur auf diesem Wege werden die Vorwürfe in bezug auf die Nichtberücksichtigung
 der Arbeiterschaft entkräftet, und nur so wird ihren Vertretern Gelegenheit
 gegeben, ihren Teil zum gemeinsamen Wohl innerhalb einer freiheitlichen
und demokratischen Ordnung beizutragen.

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