e Fünfundzwanzigstes Buch. Erstes Kapitel.

seit Ende der dreißiger Jahre machtvoll wachsendes Anschwellen
ebenso grundlegenden Eigenschaften des Subjektivismus über—
haupt wie auch schon praktischen Bedürfnissen des leise be—
ginnenden neuen Wirtschaftslebens verdankt wurde, zu einer
Stärke und Lebenskraft erhoben, die ihn recht eigentlich erst
mit der Vollmacht zu den tiefgreifendsten Forderungen aus—
stattete. Und diesem Verlaufe entrang sich dann als etwas
ganz Selbstverständliches die Revolution von 1848 in den
Einzelstaaten und die Einheitsbewegung der Jahre 1848 und
1849 bis zur Aufstellung einer unitarischen Verfassung.
Allein man weiß, was diese frühen Blütenträume welken
ließ. Es war keineswegs bloß das noch vielfach Unreife der
Forderungen — ist doch aus der Verfassung der Paulskirche die
des neuen Reiches ohne allzustarke Umbiegungen hervorgegangen.
Es war auch nicht bloß der gewiß noch vielfach unpraktische Sinn,
in dem sie gefunden und formuliert wurden. Im tiefsten Grunde
hat vielmehr der konfessionelle Gegensatz geschadet, der maß—
gebend wurde für die Unsicherheit, mit der man ein staats—
rechtliches Oberhaupt für die neue Einheit teils in Österreich,
teils in Preußen suchte: bitter rächte sich, daß die Behandlung
der kirchlichen Fragen im Grunde noch keineswegs von der der
staatlichen getrennt war.
Dabei lag es in der Natur der Dinge, daß ein sub—
jektivistischer Staatsaufbau am ehesten von der protestantischen,
der geistig jüngeren Macht, von Preußen erwartet wurde. Und
in aller Gedächtnis ist, wie Preußen diese Erwartung schließ—
lich auf diplomatischem und militärischem Wege, aber anfangs
doch wesentlich von Lebensbedürfnissen des eigenen Staatswesens
aus und darum im Schlußkapitel seines Handelns fast wider—
willig vorgehend, gerechtfertigt hat. So entstand das neue,
das kleindeutsche Reich.
Allein war es die vollendete Einheitsbildung der Nation?
Schon der einfache statistische Überblick üuber Zahl und Sitz
der Deutschen zwingt zu unbedingter Verneinung der Frage.
Und selbst die militärischen und diplomatischen Einzelheiten
der Lage unmittelbar nach 1870 und 1871 ließen sie nicht mit