III.

1. Noch bevor die Februarrevolution in Paris ausbrach,
waren in Baden, dem fortgeschrittensten parlamentarischen
Lande des Deutschen Bundes, starke nationale Forderungen
erhoben worden.
Am 12. September 1847 hielten die sogenannten „ent—
schiedenen Volksfreunde“, spätere Radikale („Demokraten“) und
Republikaner, unter Becker und Struve zu Offenburg eine
Volksversammlung ab, in der sie neben weitgehenden Rechten
in Baden für ganz Deutschland eine Vertretung des deutschen
Volkes beim Bundestag forderten!.
Bald darauf, am 10. Oktober 1847, wurde dieselbe Forde—
rung von den gemäßigt Liberalen auf einer Versammlung zu
Heppenheim an der Bergstraße aufgestellt.
Beiden Vorgängen folgte am 5. Februar 1848 ein von
Bassermann in der zweiten badischen Kammer gestellter Antrag:
es möge durch eine Vertretung der deutschen Ständekammern
neben dem Bundestag ein sicheres Mittel zur Erzielung gemein⸗
samer deutscher Gesetzgebung und einheitlicher Nationaleinrichtungen
 geschaffen werden.
Dieser Antrag machte das größte Aufsehen in Deutsch—
land; wenige Wochen darauf gesellte sich zu ihm die Erregung
infolge der revolutionären Nachrichten aus Paris. Und bald
var es klar: jetzt war kein Haltens mehr.

Auch diese Forderung war übrigens keineswegs neu, sondern ent—
prach einem alten Wunsche der extrem Liberalen, wie ihn Welcker schon
einmal in der badischen Kammer formuliert hatte. Vgl. dazu auch
Bd. X, 406.