VDoller Realismus.

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Unter den Wissenschaften aber wiederum haben sich uns
schon früher die naturwissenschaftlichen Disziplinen als die bei
weitem entwickelteren ergeben: sie waren es, die schon im Be—
ginne der ersten Durchbildung des Realismus die Führung
übernommen hatten!.
Klar war da gewesen, daß sich vor allem die Physik in
vollster Rationalisierung ihrer Tatsachenwelt immer entschiedener
als angewandte Mechanik herausstellte. Am sichersten und
frühesten hatte das vielleicht in der Akustik stattgefunden, in—
sofern die Aerostatik und die Aerodynamik, überhaupt die
Mechanik des Gasförmigen, zum Gebiete allgemeiner mechanischer
Theorien gerechnet werden kann. Dann aber waren auch die
anderen großen physikalischen Gebiete durchaus in diese Art der
Betrachtung hineingezogen worden; und als die Summe ihrer
großen Agentien im Gesetze von der Erhaltung der Kraft auf
den einen Kraftbegriff reduzierbar nachgewiesen worden war,
bestand Anfang der fünfziger Jahre an der vollen Mechanisierung
der physikalischen Anschauungen im allgemeinen keinerlei Zweifel
mehr.
Indes in den Vollendungsjahren des Realismus hielt die
mechanistische Betrachtungsweise innerhalb der Naturwissen⸗
schaften bei der Physik keineswegs inne. Wie wir bald sehen
werden, umfaßte sie vielmehr auch die Chemie; und nachdem sie
früher in leichterer Arbeit für deren anorganischen Teil eine
mechanische Atomistik aufgestellt hatte, gelang ihr nun schließlich
eine solche Durchbildung, wenngleich unter stärkeren Schwierig⸗
keiten, auch für den organischen Teil. Dies aber bedeutete, um
den Schluß der fünfziger Jahre, die Mechanisierung der exakten
Naturwissenschaften überhaupt.
Inzwischen aber haͤtte eine realistisch-mechanische Betrach—
tungsweise über diesen Kreis hinaus auch schon längst die bio—
logischen Disziplinen ergriffen, indem sie diese als ein An—
wendungsgebiet der Physik und Chemie zu umfassen suchte, das
zu diesen seinen Mutterwissenschaften etwa in dem gleichen Ver—

S. Bd. X S. 192f.