Voller Realismus.

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Auf dem Gebiete der anorganischen Naturwissenschaften ist diese
Erscheinung aus der Natur des Gesetzes von der Erhaltung
der Kraft leicht anschaulich zu machen und zu erklären: nach
ihm erscheinen alle physikalischen Vorgänge im Grunde als Aus—
gleiche hin zu einem letzten Gleichgewichtszustande der Kraft;
und nicht ohne Grund haben scharfsichtige Vertreter der rein
mechanisch-naturwissenschaftlichen Anschauung dieser Zeit darum
einen solchen Gleichgewichtszustand als das Ende aller Dinge
vorausgesagt.
Aber auch die Organismen und ihr Leben wurden durch
die Lehren Darwins, insbesondere durch seine Theorie der An—
passung und Vererbung, im Grunde statischen Gesetzen unter—
worfen; ihre Evolution ist nur scheinbar, denn sie steht unter
dem Drucke unwandelbarer statischer Gesetze, die tiefste quali—
tative Anderungen ausschließen; und völlig konsequent hat ein
junger Vertreter des reinen Darwinismus darum seine Aufgabe
darin gesucht!, alle Lebensvorgänge auf physikalische und
chemische Agentien, und das heißt schließlich auf den statischen
Ausdruck des Gesetzes von der Erhaltung der Kraft zurück—
zuführen.
Danach besteht denn kein Zweifel, daß der Entwicklungs—
gedanke der mechanischen Naturwissenschaften der ausgehenden
ersten Periode des Subjektivismus streng von den Anfängen eines
ganz anderen Entwicklungsgedankens in der zweiten Periode zu
scheiden ist: jener ist nur transformatorischer Natur, dieser erst
ist wirklich evolutionistisch; jener kennt ewige Gesetze außerhalb
und jenseits des Ganges der Entwicklung, diesem sind die Ge⸗—
setze der Entwicklung selbst letztes Recht und letzte Ordnung,
gegenüber deren Immanenz ein Jenseitiges nicht gegeben ist.
Man sieht leicht, wie sich diesem Gegensatze nun auch die
Entwicklung der Chemie bis zum Ausgange der ersten Periode
des Subjektivismus einordnete. Jede Atomistik ist im Grunde
eine statische Theorie, denn sie handelt nur von Ausgleichs—
bewegungen, mithin Gleichgewichtsstörungen nur quantitativ

Wilhelm Roux; s. oben S. 157.