Voller Realismus.

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eng nur im Vergleiche zu dem weiten Ideenkreise seines Lehrers
Ranke hat er die deutsche Urzeit mit dem Buche über die Ent—
stehung des deutschen Königtums (1844) in der ihm genehmen
Richtung des Betrachtens durchstreift, in diesen Anfängen
äußerlich in Wettbewerb mit Georg Waitz, dem antiquarischen
Verfassungshistoriker der Schule; ist darauf mit der Geschichte
des ersten Kreuzzuges dem Mittelalter in einem seiner glühendsten
und charakteristischsten Ausbrüche nahegetreten: und hat sich
schließlich über die Geschichte des französischen Revolutions—
zeitalters (1833 ff.) der Gegenwart der deutschen Entwicklung
zugewendet, um ihr als Historiker und Politiker zugleich zu
dienen. Ursprünglich wenig erfreulich in der Form und in
ihr selbst Giesebrecht, dem Geschichtschreiber der deutschen
— DDDD0—
Drange nach stilistischer Vervollkommnung zu einem der an—
mutigsten Erzähler des 19. Jahrhunderts entwickelt; und vor
allem das Werk seines Alters, die Geschichte der Gründung des
neuen Deutschen Reiches, wird als ein hervorragendes Denk—
mal dieser in hochentwickelten Kulturen immer seltener werdenden
Kunst noch auf lange fortleben. Der Benjamin der Schule
aber war Heinrich von Treitschke. In seinen Werken, vor allem
in seiner Deutschen Geschichte im 19. Jahrhundert (1870 ff.)
ist noch einmal, freilich im Extrem, zusammengefaßt, was
an ihr groß war und liebenswert: die scharfe Betonung des
staatlichen Momentes, wenn auch nun schon gegengewogen
durch unvermittelt eingeschobene kulturgeschichtliche Partien, die
leidenschaftliche Begeisterung des Patrioten der liberalen und
preußischen Einheitsbewegung, und die Heroldssprache eines
Mannes aus den sächsisch-thüringischen Gegenden, aus der
slawisch-deutschen Agitationsstätte Luthers.
Mit dem Eintritte der zweiten Periode des Subjektivismus
und mit der Erfüllung der Einheitsidee der Nation, insoweit
sie die Grundung des Deutschen Reiches mit sich brachte, ist
der Glanz der Historisch-politischen Schule verblaßt. „Fragt
man,“ so hat von Sybel einmal geschrieben, „was die er—
freulichen Erscheinungen der deutschen Geschichtschreibung seit