Voller Realismus.

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der Nation wird die Politisch-historische Schule stets mit Ehren
zenannt werden. Allein zwanzig Jahre darauf, 1886, konnte
Lorenz doch eins der mit ihrem Emporkommen für die wissen⸗
schaftliche Entwicklung verbundenen und selbst bei streng un—
parteiischem Betriebe einer reinen Staatengeschichte unvermeid⸗
lichen Verfallszeichen schon deutlich angeben: „Die Gefahr,
welche in der strengen Festhaltung des staatsgeschichtlichen
Standpunktes für den Geschichtsforscher immer lag und liegen
wird, ist ohne Zweifel darin zu suchen, daß er leicht in ein
allzu äußerliches Wesen gerät und die Erscheinungen, welche
in der Form der Staatsaktion vor sich gehen, allzuwenig tief
und ohne jede Ahnung innerer Notwendigkeit erfaßt.“ Und
andere sahen um dieselbe Zeit bereits von der politisch-historischen
Schule weder historische Gattungsbegriffe noch wissenschaftliche
Hypothesen von zwingender Neuheit gefunden: wie denn die Aus—
einandersetzungen über das Verhältnis von Geschichte und Politik
von Ranke über Maurenbrecher und über diesen hinaus bis
Treitschke in der Tat wesentlich Neues nicht gebracht haben.
Mit diesen Bemerkungen aber wird weiter schon an eine
Wesensseite der Politisch-historischen Schule gestreift, die sie,
im Verhältnis zu den Zeiten des Frühsubjektivismus und der
Romantik, überhaupt zu früher Unfruchtbarkeit verdammt hat.
Schon 1858 wird für sie die zunächst äußerliche Beobachtung
gemacht, „die wissenschaftliche Bewegung setze sich vornehmlich
durch monographische Bearbeitungen“ fort?; und in der Tat
hat sich die Produktion der Schule schon früh wesentlich in
Monographien und Biographien verloren. Dadurch wurde aber
die historische Betrachtung an sich langsam kurzatmiger, sie ver—
lor die großen Werte und weiten Begriffe aus den Augen; und
sie entbehrte schließlich jeder weiteren Perspektive bis zu dem
Grade, daß sie selbst ihre eigensten Tendenzen schädigte. „Ich
hin der Ansicht, daß die vorwiegend staatsrechtliche und ab⸗—
strakte Behandlung der Geschichte neben der ausschließlichen

Geschichtswissensch. 1, 40.
Hist. Zeitschr. 1, 16.