Ooller Realismus.

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Einzelblätter von Karikaturen gegeben; nun nahmen die seit
1844 erscheinenden „Fliegenden Blätter“, damals auch noch
politischen Inhalts, sowie die „Münchener Bilderbogen“, nahm
auch der seit 1848 erscheinende „Kladderadatsch“ mächtigen
Aufschwung. Vertraten sie süddeutschen und norddeutschen
Humor, und stand dabei der „Kladderadatsch“ künstlerisch im
Hintertreffen, während die „Fliegenden Blätter“ einen ganzen
Stab von Künstlern zeitigten, darunter Meister von der Höhe
Oberländers, so übertraf sie doch alle, namentlich auch als
Vertreter wichtiger Zeittendenzen, ein niederdeutscher, echt
sächsischer Meister, der zugleich in Oberdeutschland zu Hause war:
Wilhelm Busch (geboren 1832 zu Wiedensahl im Hannoverschen,
gestorben 1907 in Mechtshausen am Harz — lange Zeit in München
ansässig; erste Zeichnungen für die „Fliegenden Blätter“ 1859).
Fur Busch ist vor allem die Verbindung von Wort und
Zeichnung charakteristisch. Beide greifen oft so ineinander, daß
eines ohne das andere unverständlich ist. Dabei überwiegt
aber als Ausdrucksmittel die Zeichnung: sie gibt die feineren
Schattierungen der Komik; sie unterstreicht das Typische, und
nicht selten geht die satirische und humoristische Wirkung des
Ganzen der Darstellung eben daraus hervor, daß sie dem er—⸗
zählenden Worte vorgreift. Ja noch mehr: die Zeichnung be—
stimmt auch den inneren Charakter des Wortes; wie dieses,
betont sie im Grunde doch nur das Wesentliche und holt dies
urzeitlich vor allem durch energische Ausführung der Bewegungs⸗
motive heraus. Es ist ein Zusammenhang, der wohl zu einer
wunderlichen Parallele zwischen Busch und einem anderen
gleichzeitigen Enthusiasten des Gesamtkunstwerks, Richard
Wagner, führen könnte. Und folgen wir, in diesem Zusammen⸗
hange vielleicht nicht ohne ein gewisses Recht, einen Augenblick
dem Grotesken dieser Zusammenstellung, so wird sie uns doch
am Ende ganz ernstlich über die Grenzen der Kunst Buschs
wie vielleicht der Satire überhaupt belehren. Während für
Wagner nichts wichtiger ist als der Gesamtaufbau, während
bei ihm in der Einzelaufführung Längen oft nicht vermieden
werden, wie sie freilich einer in der Zeit verlaufenden Kunst
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