Holler Realismus.

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bestimmtes Licht, so lebte nichts in der Luft, und die Gegen—
stände standen in einem toten Fluidum, gleich den Reflexen
alter Hölzer in trub faulendem Wasser. Auf diesen Grund—
lagen aber baute sich dann ein sogenannter stilvoller Reälismus
von schöner Farbengebung auf, eine Salonkunst, die nicht
eigentlich fortschritt, aber, was erreicht war, auf die Wieder⸗
gabe neuer Gegenden und Momente übertrug: so eroberte
Douzette die Landschaft der untergehenden Sonne und des
Mondscheins, Eschke gewisse Momente des Meereswebens, Oswald
Achenbach die italienische Landschaft der Mittage und Abend—
stimmung vornehmlich am Golf von Neapel, Bellermann den
tropischen Urwald.
Es war ein für deutsche Verhältnisse weites Ausgreifen,
wie es die Zunahme der Verkehrsmittel ermöglichte. Es sah
wie eine erneute Auflage der Panoramenmalerei aus dem Be—
zinn des Jahrhunderts aus, wenn auch auf höherer Stufe;
ein Fortschritt aus Eigenstem aber zu böherer Entwicklung
blieb aus.
Nach München drang wohl schon etwas ein von der weiteren
Durchbildung der Landschaft durch die Franzosen und von der
Schule von Barbizon; Adolf Lier war von Dupro beeinflußt,
Fröhlicher von Rousseau. Allein man verarbeitete diese Ein—
flüsse nicht ernst, und noch weniger ging man klar auf eigener
Bahn. Selbst Lier, der Führer dieser Gruppe von Land—
schaftern, verband die französischen Einflüsse nur in seiner
Jugend mit den Anregungen, die von dem älteren Schleich
herüberkamen; später wurde er konventionell, und die „schöne“
Form trat auch bei ihm an die Stelle der Wirklichkeit.
AÄhnlich, wenn auch nicht gleich klar, war die Ent—
wicklung im Sittenbild, das um die Wende des dritten und
dierten Jahrzehnts so verheißungsvoll eingesetzt und schon bei
den Düsseldorfern so beträchtliche Förderung erfahren hatte.
Gewiß ging man auch auf diesem Gebiete über die ältere
Malerei hinaus, die zumeist Bauernmalerei gewesen war und
grob ironisiert oder grob idealisiert hatte. Wenn man aber zu⸗
nächst wenigstens inhaltlich realistischer zu werden versuchte, so