Voller Realismus.

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Unter dieser Konstellation hat dann der malerische Realis—
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stufen passiert. Begann er, in den zwanziger Jahren, mit einer
Zeit mehr selbständig aus der Gegenwart emporblühenden
Lebens der Form in modernen Inhalten, im Porträt, im
Militärbild, in der Bauernmalerei und in der Landschaft, so
brachte die Kunst der Schadowschen Schule einen Ausgleich
dieser neuen Tendenzen mit einem primitiven Historismus. Es
war der Zusammenhang, aus dem dann um das Jahr 1840
die ersten großen selbständigen Leistungen des Realismus aus—
strahlten: die Landschaft der Schleich und der Morgenstern,
das erste Aufsteigen der großen Meister der Griffelkunst, die
vollendete Kunst schon eines echt deutschen Historienbildes:
Rethel. Aber von neuem und stärker nahten die Einflüsse des
Historismus, nun auch vermischt mit Einwirkungen des Aus—
landes, wenngleich anfangs zumeist nur des stammverwandten
Flanderns. Da entstand denn die Kunst vornehmlich der fünf⸗
ziger Jahre und ganz zentral in ihr das volle Historienbild;
bis sich neben ihm, bald mehr Träger des koloristischen Fort—
schrittes, das historische Sittenbild entwickelte. Es war eine
Kunst, die, auch auf die anderen Gebiete der Malerei über⸗
tragen, eine letzte Höhe des Realismus bedeutete: denn jenseits
von ihr lag das Siegesfeld einer ganz neuen, wenn auch in
vereinzelten Erscheinungen schon längst vorbereiteten Kunst, der
Kunst des Impressionismus. Über sie hinaus gab es daher,
in der letzten Phase des Realismus, nur noch eine Verfallskunst
 raffinierten Charakters, wenn auch in ihr schon einige
Züge des impressionistischen Neuen emportauchten.
Kürzer als die Darstellung der Geschichte der Malerei
kann sich die Erzählung der Entwicklung der Baukunst, des
Kunstgewerbes und der Bildnerei fassen. Denn keine dieser
Künste war so beweglich wie die Malerei und gab daher den
leisesten Zügen der allgemeinen seelischen Entwicklung so elastisch
Ausdruck, wie sehr sie sich auch alle dem Ganzen dieser Ent⸗
wicklung mit der gleichen Bestimmtheit unterwarfen. Die Folge
war, daß bei ihnen ältere Tendenzen vielfach länger noch als in